10.10.2017 03:30 | Peppi Schmitt

Eintracht Frankfurt: Salcedo oder Russ? Kovac sucht Falette-Vertreter

Frankfurt Der Mexikaner Carlos Salcedo war zuletzt bei Eintracht-Trainer Kovac in Ungnade gefallen. Als Ersatz für Falette steht auch Marco Russ bereit.

Bei der Saisoneröffnung wurde er noch gefeiert: Carlos Salcedo. Foto: Hübner Bilder >
Bei der Saisoneröffnung wurde er noch gefeiert: Carlos Salcedo. Foto: Hübner Bild: Jan Huebner (Jan Huebner)

Die abwehrende Abteilung ist das Prunkstück der Frankfurter Eintracht. Gerade mal sechs Gegentore mussten die Hessen an den ersten sieben Spieltagen hinnehmen. In der defensiven Kette mit drei oder vier Spielern vor dem gewohnt sicheren Torwart Lukas Hradecky hat Trainer Niko Kovac schnell eine stabile Formation gefunden. David Abraham und Makoto Hasebe waren schon aus der letzten Saison gesetzt, mit Simon Falette hat sich ein Neuzugang nach anfänglichen Schwierigkeiten etabliert.

Das hat in den letzten Wochen ganz gut funktioniert. Doch nun, vor dem Auswärtsspiel bei Hannover 96 am Samstag muss Kovac wechseln. Der Franzose Falette hat beim Heimsieg gegen den VfB Stuttgart die Rote Karte gesehen und wurde in der Folge vom Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes für zwei Spiele gesperrt. Nun müsste eigentlich die Stunde von Carlos Salcedo schlagen.

Doch sicher ist das nicht. Denn der Mexikaner ist zum einen in diesen Tagen nicht vor Ort in Frankfurt, weil er mit der mexikanischen Nationalmannschaft WM-Qualifikationsspiele bestreitet und kann keine Reklame in eigener Sache machen. Und zum anderen war Salcedo zuletzt ziemlich weit außen vor. Nach dem Heimspiel gegen den FC Augsburg (1:2) wurde er von Trainer Kovac nicht nur nicht mehr aufgestellt, sondern gar nicht mehr berücksichtigt.

Dreimal in Folge hat Salcedo nicht einmal mehr dem Kader angehört. Es sind mehr als nur Gerüchte, dass der gerade 24 Jahre alt gewordene Nationalspieler nicht jene Disziplin aufgebracht hat, die sein Trainer als unabdingbar nötig erachtet. Auf seine Auswechslung in der Pause des Augsburg-Spiels soll Salcedo ziemlich unwirsch reagiert habe. Der Trainer hat dies bis heute nicht bestätigt, die Konsequenzen aber deuten darauf hin, dass es tatsächlich so gewesen ist. Seitdem jedenfalls war Salcedo auf der Strafbank.

Das Engagement des Innenverteidigers in Frankfurt steht bislang unter keinem besonders guten Stern. Gerade als ihn die Eintracht im Sommer als Nachfolger des so starken Jesus Vallejo verpflichtet hatte, der zurück zu Real Madrid musste und dort jetzt ein freudloses Dasein ohne einen einzigen Einsatz fristet, war Salcedo schon wieder ausgefallen. Beim Spiel des Confederations Cup gegen Neuseeland hatte er sich bei einem unglücklichen Sturz eine Schultereckgelenksprengung zugezogen. Das war am 21. Juni. Es folgten eine Operation in der Heimat und viele Wochen Reha.

Vielversprechend

Anfang September war Salcedo auf den Trainingsplatz in Frankfurt zurückgekehrt. „Ich bin gesund, ich bin fit, ich brenne auf meinen Einsatz“, hatte er damals gesagt. Nachdem er die ersten beiden Saisonspiele wegen der Verletzung verpasst hatte, wollte er nun so schnell wie möglich den Kampf um den Stammplatz aufnehmen. Beim Sieg in Mönchengladbach hat Salcedo dann sein Bundesliga-Debüt gegeben, nicht fehlerlos, aber durchaus vielversprechend. Dann kam das Heimspiel gegen Augsburg, eine ganz schwache Leistung der gesamten Mannschaft in der ersten Halbzeit, eine taktisch bedingte Auswechslung und die bekannten Folgen.

Nach dem letzten Spiel gegen Stuttgart hat sich Salcedo Richtung Heimat verabschiedet. In der mexikanischen Nationalmannschaft ist er gesetzt, dort hat er beim 3:1 gegen Trinidad und Tobago trotz seiner dreiwöchigen Spielabstinenz bei der Eintracht gespielt, als sei nie etwas gewesen. In der Nacht zu diesem Dienstag waren die für die WM bereits qualifizierten Mexikaner in Honduras zu Gast, am Mittwoch wird Salcedo dann in Frankfurt zurück erwartet.

Eine Alternative fürs Spiel in Hannover wird er wegen des Fehlens von Falette sicher sein. Aber ob er wirklich spielen wird, ist eine andere Frage. Sein Konkurrent ist Marco Russ und der hatte fast zwei Wochen Zeit, sich von seiner besten Seite zu zeigen. Zudem ist ja auch noch nicht sicher, ob Makoto Hasebe, wie von ihm selbst prophezeit am heutigen Dienstag nach überstandener Knieblessur wieder ins Mannschaftstraining einsteigen wird.

Für Salcedo wird die Herangehensweise von Trainer Kovac durchaus ein Fingerzeig sein. Rückt er jetzt nicht in die Mannschaft, kann er sich ausmalen, wie das in der näheren Zukunft aussehen wird. Denn eigentlich war Salcedo ja einer der Top-Einkäufe der Frankfurter. Eine knappe halbe Million Euro haben die Hessen an Deportivo Guadalajara als Leihgebühr für ein Jahr gezahlt und sich zudem eine millionenschwere Kaufoption gesichert.

Und sein direkter Konkurrent Falette wurde ja überhaupt erst geholt, weil Salcedo wegen der Verletzung so lange ausgefallen ist. Dass der Franzose den Mexikaner freilich dauerhaft überholt haben könnte, ist noch keine ausgemachte Sache.

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