13.06.2017 03:30 | Peppi Schmitt

Eintracht Frankfurt: Jesus Vallejo: Abflug nach Madrid

Frankfurt Champions-League-Sieger Real Madrid holt Jesus Vallejo als Ersatz für das abgewanderte Defensiv-Ass Pepe zurück. Jetzt muss die Eintracht nachlegen.

Hier freute sich Jesus Vallejo (rechts) mit Makoto Hasebe über einen Eintracht-Sieg. Solche Bilder wird es nicht mehr geben.
Hier freute sich Jesus Vallejo (rechts) mit Makoto Hasebe über einen Eintracht-Sieg. Solche Bilder wird es nicht mehr geben. Bild: Christian Klein

Der Schock traf die Frankfurter Eintracht am Montag. Da ließ Real Madrid über die Zeitung „Marca“ verkünden, dass Jesus Vallejo in der kommenden Saison für die „Königlichen“ spielen werde. Vallejo soll den Platz des Portugiesen Pepe einnehmen, der den Champions-League-Sieger verlässt. Die Eintracht, die sich Hoffnungen gemacht hatte, den 20-Jährigen erneut ausleihen zu können, muss sich nun auf die Suche nach einem ähnlich guten Innenverteidiger machen. Das dürfte schwierig werden, hatte Vallejo doch zu den überragenden Spielern gehört.

In zweieinhalb Wochen, am 28. Juni, startet die Eintracht mit medizinischen Untersuchungen in die neue Saison. Das erste öffentliche Training auf dem Platz findet am 1. Juli statt. Zeit für ein personelles Zwischenfazit: Aktuell stehen 25 Spieler unter Vertrag, darunter die vier Neuzugänge Danny da Costa (Bayer Leverkusen), Gelson Fernandes (Stade Rennes), Sebastien Haller (FC Utrecht) und Renat Dadashov (eigene Jugend). Verlassen haben die Eintracht Heinz Lindner (Grashopper Zürich), Jesus Vallejo (zurück zu Real), Guillermo Varela (zurück zu ManU), Michael Hector (zurück zum FC Chelsea), Shani Tarashaj (zurück zum FC Everton), Ante Rebic (zurück zum AC Florenz) und Haris Seferovic (Benfica Lissabon).

Der Neuaufbau des Teams ist weiter in vollem Gange. Sportvorstand Fredi Bobic und Manager Bruno Hübner werden noch mindestens fünf Neuzugänge präsentieren müssen und der eine oder andere wird auch noch gehen. Die Frankfurter werden versuchen, den von Hannover 96 ausgeliehenen „Allrounder“ Marius Wolf weiter zu binden. Das könnte kurzfristig klappen.

Als nächster Neuzugang wird in dieser Woche wohl Jan Zimmermann vorgestellt. Der Torhüter kommt ablösefrei von 1860 München, ersetzt Heinz Lindner und komplettiert die Torwart-riege um Lukas Hradecky und Leon Bätge. Die beiden Offensivkräfte Luka Jovic von Benfica Lissabon und Andre Hahn von Borussia Mönchengladbach würde die Eintracht gerne verpflichten, doch die Verhandlungen sind noch nicht abgeschlossen.

Handlungsbedarf besteht in der Abwehr und im defensiven Mittelfeld. Für die Abwehrzentrale stehen mit David Abraham, Marco Russ und Andersson Ordonez drei erfahrene Spieler unter Vertrag. Nach den Abgängen von Vallejo, Hector und den gesundheitlichen Fragezeichen um Hasebe werden noch zwei Innenverteidiger gesucht. Trainer Kovac hat zuletzt bevorzugt mit einer Dreierkette spielen, braucht also, um Wechselmöglichkeiten zu haben, fünf Innenverteidiger. Besser sieht es auf den Seiten aus, die Außenverteidigerpositionen sind doppelt, rechts sogar dreifach besetzt.

Im Mittelfeld klafften zuletzt die größten Lücken. Auch da müssen Neue her. Zumal nicht klar ist, wann die verletzten Makoto Hasebe, Omar Mascarell und Marc Stendera auf den Platz zurückkehren. Hasebe hat nach seiner Knieoperation (Knorpelschaden) das Lauftraining aufgenommen. Bei Mascarell, der zuletzt am 25.April gespielt hat, steht immer noch nicht fest, ob er an der Achillessehne operiert werden muss oder nicht. Stendera, dem bei einem arthroskopischen Eingriff im Knie eine Meniskusverletzung behoben wurde, soll bis zum Trainingsstart zumindest in Ansätzen wieder dabei sein. Spannend ist die Konstellation im Angriff. Aktuell stehen mit Meier, Hrgota, Haller und Dadashov vier Mittelstürmer unter Vertrag, aber für die Außen nur Blum und Gacinovic. Wolf, Hahn und Jovic sind Kandidaten, die dieses Missverhältnis ausgleichen könnten.

Zu den sieben Spielern, die den Club verlassen, könnten noch weitere Abgänge kommen. So sind die Perspektiven von Yanni Regäsel ebenso schlecht wie jene von Furkan Zorba, der in der letzten Saison trotz großer Personalprobleme keine Minute gespielt hat. Die Eintracht würde beiden Abwehrspielern keine Steine in den Weg legen.

 

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