11.08.2017 03:30 | Peppi Schmitt

Eintracht Frankfurt: Hradecky-Poker vor dem Ende

Frankfurt Noch hüllen sich alle in Schweigen. Aber es gilt als sicher: Lukas Hradecky bleibt der Frankfurter Eintracht erhalten. Der Torwart wird seinen Vertrag nach einem zähen Tauziehen nun endlich verlängern.

04.08.2017, xfux, Fussball 1.Bundesliga, Eintracht Frankfurt Mediaday 2017/2018 v.l. Lukas Hradecky (Eintracht Frankfurt)
Unter Kollegen: Lukas Hradecky (MItte) wird der Frankfurter Eintracht mindestens in der nächsten Saison erhalten bleiben. Bild: Huebner/Ulrich (Jan Huebner)

Am Donnerstag hat Lukas Hradecky im strömenden Regen mit der Frankfurter Eintracht trainiert. So wie am Dienstag und Mittwoch bei strahlendem Sonnenschein. Und so wie an diesem Freitag bei welchen Wetter auch immer. Am Samstag wird der Torhüter auch beim Spiel der ersten Pokalrunde beim TuS Erndtebrück (15.30 Uhr in Siegen) zwischen den Pfosten stehen. Und wenn nicht alle Signale täuschen, wird der finnische Fußball-Nationalspieler auch in den nächsten Jahren der Schlussmann der Eintracht sein. Der sich seit mehr als einem halben Jahr wie Kaugummi hinziehende Verhandlungspoker zwischen beiden Seiten soll nun endlich beendet sein und auch offiziell beendet werden. Entweder schon an diesem Freitag, spätestens aber Anfang der nächsten Woche.

Es hätten dann alle Recht behalten, die seit einigen Wochen voller Überzeugung sagen, dass Hradecky bleiben wird und sich davon auch von allen möglichen Gerüchten, vor allem aus Portugal, nicht haben abbringen lassen. So wie Manager Bruno Hübner und Trainer Niko Kovac beispielsweise. Und nicht nur für ein Jahr, sondern langfristig. Der Torwart ist offenbar bereit, den bis zum Sommer 2018 laufenden Vertrag vorzeitig um drei weitere Jahre zu verlängern. Das passt zu seiner Aussage: „Ich würde gerne bleiben.“ Warum es noch keine offizielle Mitteilung gibt? Die Unterschriften unter die Verträge sind noch nicht geleistet. Und nach all dem Hickhack der vergangenen Monate ist es verständlich, dass gerade die Eintracht ganz besonders vorsichtig geworden ist mit öffentlichen Aussagen. Und so hüllen sich alle – noch – in Schweigen.

Letzte Kleinigkeiten

Das letzte abschließende Gespräch zwischen dem Frankfurter Sportvorstand Fredi Bobic und dem Vater von Lukas Hradecky, Vladimir Hradecky, war für Donnerstag angesetzt. Dann sollten auch die letzten Kleinigkeiten besprochen und die Vereinbarung zunächst per Handschlag besiegelt werden. Kommt es tatsächlich so, und alle Signale deuten darauf hin, dürften sich beide Seiten als Sieger des Verhandlungspokers fühlen. Der 27 Jahre alte Spieler, weil er in Zukunft deutlich mehr Geld in Frankfurt verdienen wird. Die Eintracht, weil sie ihren Klassetorwart für einige weitere Jahre behalten wird.

Beide Seiten aber haben auch Abstriche machen müssen von den ursprünglichen Vorstellungen. Hradecky senior konnte nicht alle Gehaltsforderungen durchsetzen, selbst der Versuch vom Wochenanfang, die Eintracht mit einem Angebot von Benfica Lissabon noch einmal unter Druck zu setzen, hat da nicht verfangen.

Das Angebot aufgestockt

Die Eintracht wiederum musste in dem Tauziehen zuletzt defensiv agieren, weil sie bei einem Weggang des Keepers in arge sportliche Nöte geraten wäre. Gerade der Trainer hatte sich dafür starkgemacht, nicht noch eine weitere Baustelle im Team aufzumachen. Auch deshalb wurde das aus Frankfurter Sicht sowieso schon gute Angebot noch einmal aufgestockt, auf mehr als 2,5 Millionen Euro Jahresgehalt. Ob eine Ausstiegsklausel vereinbart wurde, ist nicht bekannt.

Derweil hat sich die Mannschaft in drei nicht öffentlichen Trainingseinheiten auf das Pokalspiel gegen den Viertligisten vorbereitet. Mit dieser Maßnahme wollte der Trainer wohl die Bedeutung der Partie unterstreichen. Natürlich wurde der West-Regionalligist, der an den ersten beiden Spieltagen zweimal Unentschieden gespielt hat (2:2 gegen Wattenscheid 09 und 2:2 bei Westfalia Rhynern) auch von den Scouts beobachtet. Obwohl Kovac den einen oder anderen Ausfall beklagen muss, hat er genügend Auswahl für die Anfangself. So hat Neuzugang Jonathan de Guzman am Mittwoch und Donnerstag nach überstandener Adduktorenzerrung wieder mitmachen können. Der Holländer ist sicher eine Alternative für einen Startplatz, auch im Hinblick auf das Bundesligaspiel eine Woche später in Freiburg. In der Innenverteidigung hat Marco Russ die besten Chancen neben David Abraham zu spielen – solange der gesuchte neue Verteidiger noch nicht gefunden wurde.

Offen sind zwei Positionen. Vertraut Trainer Kovac links Taleb Tawatha oder Neuzugang Jetro Willems? Und wer spielt neben Sebastien Haller im Angriff, Branimir Hrgota oder Luka Jovic? Insgesamt 22 Feldspieler hatten am Donnerstag auf dem Platz gestanden. Darunter mit Carlos Salcedo nach seiner Schulteroperation und Slobodan Medojevic nach einer Hüftprellung zwei Spieler, die noch nicht einsatzfähig sind. Und im Tor stand Lukas Hradecky, so wie immer.

Kommentare

  • Was die so alles schreiben
    geschrieben von creater (43 Beiträge) am 11.08.2017 11:55

    In den letzten Wochen wurde soviel geschrieben, da kann man nur mit dem Kopf schütteln. Was die so alles wissen bzw. nicht wissen. Wartet`s doch mal ab. Und warum es eine Frechheit ist, mit nem guten Angebot zu pokern, weiß ich auch nicht. Das ist nun mal so.

  • Vladimir Hradecky kam nicht zum Gespräch mit Fredi Bobi, ...
    geschrieben von Ralph64 (31 Beiträge) am 11.08.2017 11:19

    schreibt die Frankfurter Rundschau.

    Wenn dem so ist und Vladimir H. mit dem Angebot der Eintracht über mehr als 2.5 Millionen EUR Jahresgehalt in der Tasche zu Verhandlungen nach Lissabon geflogen ist, dann wäre dies eine unglaubliche Dreistigkeit und riesige Schlappe für Fredi Bobic.
    Man kann nur hoffen, dass Bobic für diesen Fall nun endlich die Reißleine zieht und die Gespräche für beendet erklärt, wie er dies schon nach Ablauf des Sommerultimatums hätte tun sollen.



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