12.06.2017 03:30 | Peppi Schmitt

Eintracht Frankfurt: Geschichten der Eintracht-Saison: Im Strafstoß-Stress

Frankfurt Alexander Meier und Makoto Hasebe verschossen gleich zweimal in der Liga. Aber Elfmeter brachten die Eintracht auch ins Pokalfinale.

Frust bei Alexander Meier: Der „Fußballgott“ verschoss in der Liga gleich zwei Elfmeter.
Frust bei Alexander Meier: Der „Fußballgott“ verschoss in der Liga gleich zwei Elfmeter. Bild: Jan Huebner (Jan Huebner)

Es gab schon Spielzeiten, da hat die Frankfurter Eintracht gefühlt gar keine Elfmeter bekommen. Das hat zwar nie ganz gestimmt, häufig waren es dann zwei oder drei pro Saison gewesen. In dieser Spielzeit aber hat sich das geändert. In der Fußball-Bundesliga haben die Schiedsrichter gleich sechsmal Strafstoß für die Frankfurter gepfiffen. Und im DFB-Pokal hat die Eintracht achtzehn Elfmeter schießen dürfen oder müssen.

Es war also die Saison der „Elfer“. Kurios: In der Liga geriet es zum Nachteil, weil die Hessen sich nicht wirklich treffsicher zeigten, vom halben Dutzend Möglichkeiten aus elf Metern haben sie nur zwei genutzt. Im Pokal dagegen war es das große Plus der Eintracht, sie konnte sich dreimal im Elfmeterschießen durchsetzen und kam bis ins Finale. Die übergreifende Bilanz: 24 Elfmeter, 17 Tore.

Begonnen hatten die Elfmeter-Festspiele schon gleich beim allerersten Pflichtspiel der Saison. Beim Regionalligisten 1. FC Magdeburg hatten die Frankfurter nur ein 1:1 nach 120 Minuten erreicht. In Erinnerung geblieben waren auch die unsäglichen pyrotechnischen Ausfälle der später so gefeierten Fans. Das nur am Rande. Im Elfmeterschießen hatte die Eintracht mit 4:3 die Nase vorn. Makoto Hasebe und Omar Mascarell hatten zwar verschossen, doch die Magdeburger konnten „Elfmeter-Töter“ Lukas Hradecky gleich dreimal nicht überwinden. Für die Eintracht trafen Alex Meier, Szabolcs Huszti, Danny Blum und Guillermo Varela.

In der zweiten Pokalrunde hatte die Eintracht gegen den FC Ingolstadt die nur 6000 Zuschauer 120 Minuten lang gelangweilt. Die Ränge mussten als Strafe für die Randale von Magdeburg leer bleiben. Also wieder Elfmeterschießen. Die Eintracht trat viermal an und traf viermal durch Huszti, Bastian Oczipka, Mascarell und Hasebe. Das reichte, denn die Ingolstädter hatten das Visier falsch eingestellt, trafen nur einmal, schossen aber zweimal übers Tor.

Noch in frischer Erinnerung ist das dritte Elfmeterschießen im Cup. Wieder erfolgreich, 7:6 in Mönchengladbach. Nur Varela verschoss, aber Oczipka, Michael Hector, Mijat Gacinovic, Marco Fabián, Marco Russ, Haris Seferovic und Branimir Hrgota trafen. Und Hradecky hielt zweimal. So wie er im Viertelfinale in Hannover in der letzten Minute der regulären Spielzeit gegen Sané den 2:1-Sieg mit einer Elfmeterparade gerettet hatte. Im Pokal also waren die Strafstöße die Paradedisziplin der Frankfurter.

In der Liga das Gegenteil. Das begann schon am ersten Spieltag gegen Schalke, da allerdings ohne Folgen, denn die Eintracht gewann 1:0 durch ein Tor von Alex Meier. Der hatte dann auch einen Elfmeter verschossen. Und hatte sich später mächtig geärgert. Normalerweise schießt der Kapitän der Eintracht ins rechte obere Eck vom Torwart aus gesehen. Doch die Trainer hatten ihm „gesteckt“, dass sich der ehemalige Frankfurter Ralf Fährmann bevorzugt in diese Ecke wirft. Meier tauschte die Ecke und war angeschmiert.

Pechvogel Meier

Ärgerlicher und verlustreicher war der zweite Fehlschuss des Kapitäns. In Wolfsburg hätte er den 1:1-Ausgleich erzielen können, haute den Ball aber zwanzig Minuten vor dem Ende hoch übers Tor. „Das war der schlechteste Elfmeter, den ich je geschossen habe“, sagte er später. Der Trainer soll danach mächtig sauer gewesen sein, weil Meier eigentlich nicht als Schütze vorgesehen war. Nächster Schütze war dann Makoto Hasebe. Der Japaner traf gegen Darmstadt zum 1:0 und ebnete damit den Weg zum 2:0-Sieg. Einen wirklich sicheren Schützen aber hatte die Eintracht ihn ihm nicht gefunden. Das zeigte sich im Heimspiel gegen den FC Ingolstadt. Hasebe bot sich in der 56. Minute die Chance zum 1:1-Ausgleich. Es wurde eine denkwürdige Szene. Der Elfmeter war so schwach geschossen, dass Ingolstadts Torhüter Martin Hansen locker abwehren konnte. Doch Hasebe hatte die zweite Chance, noch viel besser als der Elfmeter. Aus vier, fünf Metern, der Keeper lag auf dem Boden, hätte er den Abpraller locker einschieben können. Doch Hasebe entschied sich für die brachiale Lösung. Er hämmerte den Ball aufs Tor und traf nur die Latte. Die Eintracht unterlag mit 0:2.

Und die Suche nach einem Elfmeterschützen begann von vorn. Als nächstes wurde Marco Fabián auserkoren. Und beim ihm klappte es gleich im ersten Versuch nicht. 0:0 stand es gegen Mönchengladbach, als die Eintracht einen Elfmeter zugesprochen bekam. Fabián schoss, Torwart Yann Sommer hielt. Es war der erste Elfmeter, den der Gladbacher Torwart überhaupt abwehren konnte. Übrigens: Im Pokal-Halbfinale hat Fabián ein paar Wochen später gegen Sommer getroffen.

Der Fehlschuss gegen Gladbach in der Liga hatte das Selbstvertrauen des Mexikaners nicht wirklich erschüttert. Nur sechs Tage später gab es im Heimspiel gegen Bremen wieder Strafstoß. Es stand 2:1 für die Gäste. Diesmal behielt Fabián die Nerven und verwandelte gegen Torwart Felix Wiedwald zum 2:2. Und so hatte die „Elfmeter-Saison“ für die Eintracht auch in der Liga ein versöhnliches Ende genommen.

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