12.09.2017 03:30 | Peppi Schmitt

Eintracht Frankfurt: Eintracht in Gladbach: So viel gerannt wie noch nie

122 Kilometer (Quelle: Opta) sind die Spieler der Frankfurter Eintracht beim Auswärtsspiel (1:0) am letzten Samstag bei Borussia Mönchengladbach gelaufen. Das war der beste Wert der gesamten Liga an diesem 3.Spieltag und es war der höchste je für die Eintracht gemessene Laufwert. Seit 2013 werden die Werte regelmäßig veröffentlicht.

Patrick Herrmann (Borussia Mönchengladbach) gegen Jonathan de Guzman.
Patrick Herrmann (Borussia Mönchengladbach) gegen Jonathan de Guzman. Bild: Jan Huebner (imago sportfotodienst)

Beim 0:0 am ersten Spieltag in Freiburg hatte die Frankfurter Eintracht 70 Minuten lang hoch überlegen gespielt. In der Schlussphase waren den Gästen dann die Kräfte ein wenig ausgegangen. Beim 0:1 gegen den VfL Wolfsburg am zweiten Spieltag war die Eintracht wieder in der ersten Halbzeit dominierend, hatte dann in der zweiten Halbzeit den physischen und psychischen Anstrengungen Tribut zollen müssen.

Und auch beim 1:0 in Mönchengladbach am dritten Spieltag war die erste Halbzeit die deutlich bessere. In der letzten Viertelstunde konnten sich die Frankfurter kaum noch vom Druck der Borussia befreien, ohne deshalb ernsthaft in Gefahr zu geraten.

Lässt dieses offensichtliche Nachlassen in den zweiten Halbzeiten Schlüsse zu über die körperliche Fitness der Eintracht-Mannschaft? Gibt es etwa ein Konditionsproblem? Trainer Niko Kovac reagiert richtig grantig, wenn er darauf angesprochen wird. „Es hat nur so gewirkt, als würden wir auf der Felge laufen“, sagte er nach dem Gladbach-Spiel, „aber das stimmt nicht, ich weiß, was meine Jungs auf den Rippen haben.“

Und damit meint er nicht Kilos wie sonst bei diesem Vergleich, sondern er meint Kilometer, genauer gesagt Trainingskilometer und Trainingsbelastungen. „Wir sind körperlich auf einem Top-Niveau“, versichert der Frankfurter Trainer. Genau dies gehört nämlich seit seinem Debüt in der Bundesliga als Trainer zu seinen Kernkompetenzen. Unter Kovac wird härter trainiert als bei vielen anderen Clubs. Und Sportvorstand Fredi Bobic hat seinem Cheftrainer mit inzwischen drei Konditions- und Reha-Trainern auch noch viel weitere Fachkompetenz zur Seite gestellt. Was für sich alleine noch keine Garantie für körperliche Fitness ist.

Zumindest was die Ausdauerleistung angeht,sprechen die Zahlen für Kovac und seine Ausführungen. In Mönchengladbach sind die Frankfurter Spieler insgesamt 122 Kilometer gelaufen (Quelle: Opta), so viele wie noch nie seitdem die Werte 2013 allgemein ermittelt wurden, so viele wie kein anderes Team an diesem dritten Spieltag. Nur die TSG Hoffenheim ist beim Heimspiel gegen die Bayern mit 121, 9 km ähnlich viel gerannt. Dass sie laufen können, die Eintracht-Profis, steht also außer Frage und ist objektiv belegbar. Doch diese Werte alleine sind noch nicht wirklich aussagekräftig in Bezug auf erfolgreiches Spiel. So ist zum Beispiel der FC Bayern München als seit Jahren dominierende Mannschaft der Liga meist am wenigsten von allen gelaufen.

Es hat also auch etwas mit der Spielweise und der Einteilung der Kräfte zu tun. Und genau in diesem Bereich ist bei der Eintracht sicher noch Luft nach oben. Diesen Eindruck hatten viele Beobachter in Mönchengladbach und diesen Eindruck hatte auch der Manager. „Vielleicht haben wir in der ersten Halbzeit ein bisschen überdreht“, merkte Bruno Hübner nach dem Sieg an. Das kommt der Wahrheit wohl ziemlich nahe. Denn gerade in der Anfangsphase sind die Frankfurter gerannt wie die Hasen, haben mit Pressing den Gladbachern so richtig zugesetzt. „Da wusste die Borussia nicht, wie ihr geschah“, kommentierte Cheftrainer Kovac. Ein solches Tempo freilich, gerade von den Offensivspielern, ist kaum über die volle Distanz durchzuhalten.

( pes)

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