20.06.2017 18:12 | dpa

Wirtschaftsminister Al-Wazir: Hessen holt bei Windenergie auf

Wiesbaden

Hessens Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne). Foto: Rainer Jensen/Archiv
Hessens Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne). Foto: Rainer Jensen/Archiv

Hessen kommt beim Ausbau der Windenergie voran. Im nordhessischen Gemünden werde am Samstag das 1000. Windrad im Land eingeweiht, sagte Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) am Dienstag in Wiesbaden. „Wir haben in den letzten drei Jahren eine nicht für möglich gehaltene Aufholjagd hingelegt.” 112 Windräder sind im Vorjahr in Hessen in Betrieb gegangen.

Al-Wazir betonte die Bedeutung neuer Anlagen im das Land für die Energiewende. Hessen sei unter den Flächenländern bundesweit das Stromimportland Nummer eins. Der Transport von Strom über weite Strecken sei aber nach wie vor kompliziert. Zudem sei es ihm wichtig, Wertschöpfung im Land zu behalten, erklärte der Minister.

Hessen hat sich zum Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2050 die Strom- und Wärmeerzeugung zu 100 Prozent aus erneuerbare Energien zu gewinnen. Deren Anteil beim Strom soll bis Ende 2018 auf rund 25 Prozent ausgebaut werden. Als Hauptträger gilt die Windenergie. Dafür sollen etwa zwei Prozent der Landesfläche vorrangig zur Verfügung stehen.

Der CDU-Energieexperte Dirk Landau betonte, dass 98 Prozent von Hessens Fläche frei von Windkraft blieben und die Union für eine Energiewende mit Augenmaß stehe. Die Sprecherin der Grünen-Fraktion für Energiepolitik, Angela Dorn, sprach von einem starken Zeichen für eine Zukunft mit sauberem Strom.

Der SPD-Energieexperte Timon Gremmels bezweifelt derweil das Erreichen der Ziele der schwarz-grünen Landesregierung. Der Ausbau der Windenergie habe außerdem nicht unbedingt etwas mit der Leistung des Ministers zu tun, sondern mit reinen Nachholeffekten. Ähnlich äußerte sich Linken-Fraktionschefin Janine Wissler. Auf den Widerstand von Bürgerinitiativen gegen einen Ausbau der Windkraft wies FDP-Fraktionschef Rene Rock hin.

(dpa)

Kommentare

  • Wirtschaftsminister Al-Wazir (Grüne) macht viel Wind...
    geschrieben von Seckberry (369 Beiträge) am

    ...für den beschleunigten weiteren Ausbau der Windenergie in Hessen - "und das ist auch gut so", denn der Energiemarkt verändert sich – und zwar im Wesentlichen zum Guten für die Umwelt.

    Die weltweite Energienachfrage steigt weniger stark an. Emissionsärmere Energieträger werden ausgebaut. Die Kohlenutzung ist rückläufig. Öl- und Erdgasförderung stagnieren praktisch.

    Mit einer Wachstumsrate von zwölf Prozent erwiesen sich die erneuerbaren Energien wieder als der am schnellsten wachsende Energieträger, denn nahezu ein Drittel des Gesamtwachstums der Energienachfrage 2016 entfiel auf erneuerbare Energieträger.

    Mehr als die Hälfte des Anstiegs an erneuerbarer Energie entfiel auf den Windsektor, der 16 Prozent zulegte. Der Bereich Solarenergie wuchs um 30 Prozent.

    Hessen hat sich also zu Recht vorkämpferisch zum Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2050 die Strom- und Wärmeerzeugung zu 100 Prozent aus erneuerbare Energien zu gewinnen. Hauptträger soll dabei die Windenergie sein.



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