16.06.2017 22:24 | dpa

Regierungschef Bouffier würdigt Kohl: „Ein wahrhaftiger Europäer”

Wiesbaden/Rüsselsheim Auch in Hessen herrscht Trauer um Helmut Kohl. Ministerpräsident Bouffier erklärt, der Name des Altkanzlers werde stets untrennbar mit der Wiedervereinigung Deutschlands und der Einigung Europas verbunden bleiben.

Der frühere Bundeskanzler Helmut Kohl ist tot. Foto: Reiner Voß/Archiv
Der frühere Bundeskanzler Helmut Kohl ist tot. Foto: Reiner Voß/Archiv

Der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier hat sich betroffen über den Tod von Altkanzler Helmut Kohl geäußert. „Wir verlieren mit Helmut Kohl einen großen Staatsmann, wahrhaftigen Europäer und den Kanzler der Einheit”, erklärte der CDU-Politiker über den Kurznachrichtendienst Twitter.

Als Kanzler der Deutschen Einheit und Ehrenbürger Europas werde „der Name Helmut Kohl stets untrennbar mit der Wiedervereinigung Deutschlands sowie der Einigung Europas verbunden bleiben - Hessen, Deutschland, Europa und die Welt haben ihm viel zu verdanken”, erklärte Bouffier weiter.

Die CDU-Landtagsfraktion und CDU Hessen nannten Kohl in einer Mitteilung „eine der maßgeblichen historischen Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts”. Mit „Standhaftigkeit, Prinzipientreue und einem klaren Wertefundament” hätten Kohl und die CDU Deutschland stets unerschütterlich an der Deutschen Einheit festgehalten, die andere bereits aufgegeben hatten.

SPD-Landeschef Thorsten Schäfer-Gümbel würdigte den Altkanzler als großen Europäer, der die historische Chance zur Einheit ergriffen habe. „Das bleibt bei aller politischen Auseinandersetzung!”, erklärte Schäfer Gümbel via Twitter. FDP-Generalsekretärin Nicola Beer nannte den Verstorbenen einen Menschen „mit Stärken und Schwächen, der Großes vollbracht hat”. Der Vorsitzende der hessischen Grünen, Kai Klose, würdige Kohl als einen „Vater der Einheit, ein Europäer aus tiefer Überzeugung”. Er sei „aber auch ein Wegbereiter für Rot-Grün '98” gewesen.

Der Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, Volker Jung, bezeichnete den Altkanzler als „außerordentlich bedeutenden Staatsmann”. Die deutsche Wiedervereinigung und die Stärkung Europas seien „fest mit seinem politischen Wirken verbunden”. Als Ministerpräsident in Rheinland-Pfalz und als Bundeskanzler habe er immer wieder das Gespräch mit den christlichen Kirchen gesucht und „war für sie ein hervorragender Gesprächspartner”.

Die Point Alpha Stiftung nannte Kohls Wirken „eine bis heute unumstrittene politische Meisterleistung an Mut, kluger staatsmännischer Weitsicht und diplomatischem Geschick”. Der Vorsitzende des Stiftungsrats, Berthold Dücker erklärte weiter: „Sein Vermächtnis ist und bleibt unser Auftrag.” Im Jahr 2005 hatte Kohl zusammen mit Ex-Kreml-Chef Michail Gorbatschow und dem früheren US-Präsidenten George Bush den ersten Preis der Stiftung für die Verdienste um die Einheit Deutschlands und Europas erhalten. Am Samstag wird der Liedermacher und frühere DDR-Dissident Wolf Biermann im osthessischen Rasdorf mit diesem Preis ausgezeichnet.

(dpa)

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