19.06.2017 03:30 | lhe

104 Fälle geprüft: Panama-Spur führt auch nach Hessen

Wiesbaden Die Enthüllung der „Panama Papers“ um Briefkastenfirmen in Steueroasen sorgte vor über einem Jahr für Wirbel. Auch die hessischen Steuerfahnder wurden aktiv.

Die "Süddeutsche Zeitung" hatte in Zusammenarbeit mit internationalen Medien Daten über Kunden der panamaischen Finanzkanzlei Mossack Fonseca ausgewertet.
Die "Süddeutsche Zeitung" hatte in Zusammenarbeit mit internationalen Medien Daten über Kunden der panamaischen Finanzkanzlei Mossack Fonseca ausgewertet.

Die Enthüllung der „Panama Papers“ um Briefkastenfirmen in Steueroasen sorgte vor über einem Jahr für Wirbel. Auch die hessischen Steuerfahnder wurden aktiv: Als Konsequenz aus den Vorkommnissen werden derzeit in Hessen noch 104 Fälle auf ihre steuerliche Relevanz geprüft. Dabei handele es sich teilweise um Betriebsprüfungen, sagte ein Sprecher des Finanzministeriums auf Anfrage. Es seien aber auch Steuerfahnder und die Staatsanwaltschaft bei der Untersuchung der Fälle im Einsatz. Abschließende Ergebnisse lägen jedoch noch nicht vor.

Ein internationales Netzwerk investigativer Journalisten hatte im Frühjahr 2016 über rund 200 000 von der panamaischen Kanzlei Mossack Fonseca gegründete Briefkastenfirmen berichtet, in denen Politiker, Prominente und Sportler ihr Vermögen geparkt haben sollen. Die Veröffentlichung führte zu Ermittlungen auf der ganzen Welt und einer Debatte über Steueroasen und Geldwäsche. In Hessen war die Steuerfahndung kurz nach der Enthüllung gut 50 Hinweisen aus den „Panama Papers“ nachgegangen. Im jüngst vom Bundesrat gebilligten Bund-Länder-Finanzpaket wurde unter anderem beschlossen, dass als Konsequenz aus den „Panama Papers“ der Steuerbetrug über Briefkastenfirmen gezielter bekämpft werden soll: Steuerpflichtige müssen danach Beziehungen zu Gesellschaften im Nicht-EU-Ausland künftig anzeigen.

Unterdessen betrachten die Steuerfahnder und Strafermittler im Nachbarbundesland Rheinland-Pfalz in diesem Zusammenhang 24 Fälle.

Ob in Rheinland-Pfalz gegen bestimmte Personen ermittelt wird, beantwortete das Finanzministerium wegen des Steuergeheimnisses nicht. In den Dokumenten wurde auch eine Firma genannt, die mit dem legendären Ex-Geheimagenten Werner Mauss in Verbindung steht. Der Ex-Agent räumte ein, Briefkastenfirmen in Panama unterhalten zu haben, wies den Vorwurf der Steuerhinterziehung zurück.

(lhe)

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