19.06.2017 13:30 | dpa

Neue Qualifizierung für Lehrer mit „Lust auf Leitung”

Wiesbaden Ein Kollegium managen, Konflikte schlichten, das Budget im Auge behalten: Schulleiter haben einen anspruchsvollen Job. Hessen bietet nun eine bessere Qualifizierung für die angehenden Chefs an.

Alexander Lorz lacht während einer Sitzung im Landtag Hessen. Foto: Susann Prautsch/Archiv
Alexander Lorz lacht während einer Sitzung im Landtag Hessen. Foto: Susann Prautsch/Archiv

Hessen will Lehrer mit Ambitionen auf eine Schulleitung künftig gezielter auf den Chefposten vorbereiten. Kultusminister Alexander Lorz kündigte am Montag in Wiesbaden an, dass vom kommenden Schuljahr an hessenweit eine spezielle mehrtägige Fortbildung angeboten wird. Ein Pilotprojekt mit 32 Teilnehmern sei erfolgreich verlaufen. „Wir haben das Projekt nicht aufgelegt, weil es einen Mangel an Bewerbern gibt”, betonte Lorz. Allerdings stiegen die Anforderungen an Schulleiter stetig. Es sei vielerorts der Wunsch an ihn herangetragen worden, Lehrer besser auf die Übernahme dieses Amtes vorzubereiten, sagte der CDU-Politiker.

„Dies ist auch ein Beitrag, um das Besetzungsverfahren zu beschleunigen und effektiver zu machen”, erläuterte Lorz. Angesprochen sollten sich alle Lehrer fühlen, die sich eine Leitungsfunktion vorstellen könnten. Jedes Jahr müssen in Hessen rund 150 Schulleiter-Posten neu besetzt werden. Bei mehreren Info-Veranstaltungen unter dem Motto „Lust auf Leitung” hätten sich bereits 500 Lehrer interessiert gezeigt, teilte das Ministerium mit.

Künftig sollen nach den Worten von Lorz mehr als 250 mögliche neue Chefs pro Jahr an der neuen Fortbildung teilnehmen können. Eine Bewerbung zum Schulleiter sei aber zunächst auch nach wie vor ohne diesen Kurs möglich.

Zu den Kernkompetenzen eines Schulleiters gehörten unter anderem ein gutes Konfliktmanagement, eine hohe soziale Kompetenz und die Bereitschaft, Entscheidungen zu treffen. In der Fortbildung geht es unter anderem um „Kommunikation”, „Schulrecht”, „Schulbudget” und um „Die ersten 100 Tage an einer neuen Schule”.

Die Förderschullehrerin Elvira Rauschenberg hat die Fortbildung in der Pilotphase absolviert - und einen ersten Eignungstest bestanden. „Ich fand es gut, mich vorab intensiv mit den Aufgaben einer Schulleiterin zu beschäftigen”, sagte sie. Wenn man den Posten erstmal inne habe, bliebe nur noch wenig Zeit für Fortbildung. Sie habe nach wie vor „Lust auf Leitung” und wolle sich nun nach einer Stelle umschauen.

(dpa)

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