19.06.2017 03:30 | rtr

Deutsche Bank gab Immobilien-Tycoon Kredite von 130 Millionen Dollar: Trump gibt Einblick in seine Schulden

Washington Donald Trumps Schulden bei der Deutschen Bank sind wegen der Russland-Affäre in den Fokus des öffentlichen Interesses geraten.

Donald Trump hat seine Finanzlage offengelegt.
Donald Trump hat seine Finanzlage offengelegt. Bild: MANDEL NGAN (AFP)

US-Präsident Donald Trump hat etwas mehr Einblick in seine Finanzen und dabei auch in seine Schulden bei der Deutschen Bank und anderen Kreditinstituten gewährt. Wie aus den vom Office for Government Ethics veröffentlichten Unterlagen hervorgeht, lagen diese Verbindlichkeiten zur Jahresmitte bei mindestens 315,6 Millionen Dollar (gut 350 Millionen Euro), ein Großteil davon bei dem Frankfurter Geldhaus.

Die Schulden des Immobilienmilliardärs bei der US-Tochter Deutsche Bank Trust Company America beliefen sich demnach auf mindestens 130 Millionen Dollar, davon alleine mehr als 50 Millionen für das historische Old Post Office in der Nähe des Weißen Hauses in Washington, das kürzlich in ein Hotel umgewandelt wurde.

Trump begrüße die Gelegenheit, freiwillig seine persönlichen Finanzen offenzulegen, erklärte das Präsidialamt. Die Vorlage wesentlich umfangreicherer Steuerunterlagen, wie es in den vergangenen Jahrzehnten von US-Präsidenten üblich war, verweigert Trump bislang.

Insbesondere die Schulden bei der Deutschen Bank waren zuletzt im Zusammenhang mit der Russland-Affäre um Trump verstärkt in den Fokus geraten. Kongressabgeordnete der oppositionellen Demokraten forderten von dem Institut umfassende Angaben zu seinem republikanischen Kunden. Sie beklagten, dass das US-Parlament im Unklaren darüber gelassen werde, ob Kredite der Bank an Trump von der russischen Regierung garantiert worden seien oder ob sie anderweitig in Verbindung zu Russland gestanden hätten. Die Bank lehnte dies unter Verweis auf Datenschutzgründe ab.

Ermittlungen ziehen Kreise

Die Russland-Ermittlungen haben in den vergangenen Tagen immer weitere Kreise gezogen und setzen Trump zunehmend unter Druck. Das Justizministerium, mehrere Kongressausschüsse und ein Sonderermittler sollen klären, ob die Präsidentenwahl von Russland beeinflusst wurde und ob es geheime Absprachen zwischen Trumps Team und Vertretern der Regierung in Moskau gab. Russland hat entsprechende Vorwürfe zurückgewiesen. Auch Trump hat bestritten, dass es Absprachen gab.

Milliarden-Vermögen

Aus den Unterlagen des Büros für Regierungsethik geht zudem hervor, dass sich Trumps Schulden beim Gewerbeimmobilien-Kreditgeber Ladder Capital auf mindestens 110 Millionen Dollar summieren. Demgegenüber stehen Einkünfte für 2016 und Anfang 2017 von mindestens 594 Millionen Dollar und Vermögenswerte von mindestens 1,4 Milliarden Dollar. Zudem hatte Trump vor seinem Amtsantritt Führungspositionen in 565 Firmen und anderen Einrichtungen inne. Die meisten davon gab er kurz vor seiner Vereidigung im Januar ab, andere 2015 und 2016.

(rtr)

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