19.06.2017 03:30 | Thomas Baumgartner

Erste 50-Euro-Goldmünze: Gedenkprägungen des Bundes „Lutherrose“ erinnert an die Reformation

Frankfurt Vor kurzem ist die erste deutsche 50-Euro-Prägung erschienen: Sie erinnert an 500 Jahre Reformation. Eine kurze Geschichte der „goldigen“ Gedenkmünzen, die die Bundesrepublik von 2001 an herausgegeben hat.

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Bild: Sven Hoppe (dpa)

Die erste Gold-Gedenkmünze hat die Bundesrepublik aus Anlass der Währungsumstellung auf den Euro 2001 geprägt: die sogenannte 1-DM-Goldmark. Herausgegeben wurde diese Goldmünze durch die Bundesbank; da jedoch der Bund das Münzrecht innehat, musste der Bundestag extra ein Gesetz über die Ausprägung einer 1-DM-Goldmünze verabschieden. Das Gewicht dieser Münze mit 23,5 Millimetern Durchmesser beträgt 12,0 Gramm Feingold. Eine Million Stück wurden hergestellt, der Ausgabepreis von 250 DM erscheint aus heutiger Sicht als Schnäppchen – aktuell kostet die Münze bei Ebay mehr als 500 Euro.

Einführung des Euro

Seit 2002 gibt das Bundesfinanzministerium jährlich eine 100-Euro-Goldmünze heraus, stets mit einem Gewicht von 15,55 Gramm, einen Durchmesser von 28 Millimetern und in der Prägequalität Stempelglanz. Theoretisch sind diese Münzen in der Bundesrepublik gesetzliches Zahlungsmittel; allerdings liegt der Metallwert deutlich über dem Nennwert. Verkauft werden die Goldmünzen über die Verkaufsstelle für Sammlermünzen (VfS), auch Banken und Münzhändler müssen dort bestellen.

Thema der ersten Goldmünze (Auflage 500 000 Stück, dazu kamen noch 100 000 Exemplare einer 200-Euro-Münze mit demselben Motiv) war die Einführung des Euro.

2003 startete eine Serie mit Stätten des Unesco-Welterbes in Deutschland: Die Motive waren Quedlinburg (2003), Bamberg (2004), Weimar (2006), Lübeck (2007), Goslar (2008), Römische Baudenkmäler – Dom und Liebfrauenkirche in Trier (2009), Würzburger Residenz und Hofgarten (2010), Wartburg (2011), Aachener Dom (2012), Gartenreich Dessau-Wörlitz (2013), Kloster Lorsch (2014), Oberes Mittelrheintal (2015) und zuletzt Regensburg mit Stadtamhof (2016). Im Jahr 2005 gab es eine Unterbrechung der Serie mit einer Münze zum Thema FIFA Fußball-Weltmeisterschaft in Deutschland 2006. Die Ausgabepreise der 100-Euro-Münzen lagen – parallel zum steigenden Goldpreis – zwischen 190 und 738,70 Euro; auf Ebay werden sie derzeit etwas über dem Vorjahres-Ausgabepreis von 624,33 Euro gehandelt. Die Auflage sank seit 2003 von anfangs 400 000 auf zuletzt nur noch 147 000 Exemplare.

Bäume und Vögel

Zwischen 2010 und 2015 wurde auch eine 20-Euro-Serie herausgegeben, die den deutschen Wald zum Thema hatte. Geprägt wurden die Münzen von allen fünf Prägestätten. Die 20-Euro-Münze besteht aus einer Achtel Unze (3,8879 Gramm) Feingold, Auflage je 200 000 Stück. Vier der Bildseiten und die Wertseite wurde von František Chochola entworfen, die beiden anderen Bildseiten von Heinz Hoyer. 2016 ging es weiter mit einer Serie „Heimische Vögel“ mit den Motiven Nachtigall und Pirol (2017, Ausgabepreis 194,68 Euro); es folgen noch Uhu, Wanderfalke, Weißstorch und Schwarzspecht, jeweils in einer Auflage von 200 000 Stück.

Dieses Jahr gab es nun erstmals eine 50-Euro-Goldmünze: Die „Lutherrose“, erschienen am 24. Mai, erinnert an Martin Luthers Thesenanschlag im Jahr 1517, den Auftakt zur Reformation. Der Entwurf der Münze stammt von der Künstlerin Adelheid Fuss aus Geltow. Die Münze besteht aus 7,78 Gramm Feingold und hat einen Durchmesser von 20 Millimetern; die Auflage beträgt 150 000 Stück. Bei der VfS konnte die Münze bis 11. Mai zum Ausgabepreis von 332,67 Euro bestellt werden; aktuell wird sie auf Ebay für gut 400 Euro gehandelt.

Auch die diesjährige 100-Euro-Goldmünze aus der Unesco-Serie, die am 2. Oktober wiederum in einer Auflage von maximal 200 000 Stück erscheint, hat die Reformation zum Thema: Sie erinnert an die Luthergedenkstätten in Eisleben und Wittenberg. Der Ausgabepreis beträgt 640,85 Euro, der Entwurf stammt von dem Künstler Bastian Prillwitz aus Berlin.

Seltenheitswert

So richtig gelohnt hat sich für Sammler vor allem der Kauf der 200-Euro-Münze des Jahres 2002, die wegen ihrer Seltenheit aktuell für rund 2000 Euro gehandelt wird – damit hat sie ihren einstigen Ausgabepreis fast versechsfacht.

Das Gold für seine Münzprägungen kauft der Bund seinerseits übrigens bei der Bundesbank – das ist zugleich der einzige Anlass, aus dem sich die Zentralbank zumindest von kleinen Teilen ihres Goldschatzes trennt, nämlich von drei bis sechs Tonnen (von insgesamt noch 3378 Tonnen) jährlich.

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