18.06.2017 13:42 | dpa

Opfer-Angehörige verklagen nach NSU-Terror den Staat

München Enver Simsek und Ismail Yasar wurden in Nürnberg mutmaßlich vom NSU ermordet. Hätte der Staat die Morde verhindert können? Die Angehörigen haben nun geklagt.

Ein Schild mit der Aufschrift „In Erinnerung an Enver Simsek” klebt zwischen Absperrgittern vor dem Oberlandesgericht in München. Foto: Inga Kjer
Ein Schild mit der Aufschrift „In Erinnerung an Enver Simsek” klebt zwischen Absperrgittern vor dem Oberlandesgericht in München. Foto: Inga Kjer

Zwei Familien von Mordopfern des „Nationalsozialistischen Untergrunds” haben den Staat auf Schadenersatz verklagt. Das Landgericht Nürnberg bestätigte auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur, dass zwei Verfahren anhängig seien. 

Bei den Klägern handelt es sich um Angehörige von Enver Simsek, dem ersten Mordopfer des rechtsextremistischen NSU, und Ismail Yasar. Beide Männer waren in Nürnberg mutmaßlich von Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt erschossen worden. Ihre Familien werden von Rechtsanwalt Mehmet Daimagüler vertreten. Beklagte sind der Bund, der Freistaat Bayern und der Freistaat Thüringen.

Daimagüler sagte, die Klagen stützten sich auf die Pannen bei der Fahndung nach dem untergetauchten NSU-Trio. Mundlos, Böhnhardt und Beate Zschäpe hätten spätestens 2000 festgenommen und die Morde damit verhindert werden können. Außerdem habe die Polizei die Angehörigen zu Unrecht verdächtigt und unter Druck gesetzt. 

Das NSU-Trio war 1998 in den Untergrund abgetaucht und erst im November 2011 nach einem missglückten Banküberfall aufgeflogen. Strafrechtlich wird das Verfahren seit über vier Jahren im Münchner NSU-Prozess mit Zschäpe als Hauptangeklagter aufgearbeitet.

(dpa)

Kommentare

  • Aussichtslos
    geschrieben von bandog (792 Beiträge) am 18.06.2017 17:08

    Um den Staat in die Haftung nehmen zu können, muß man erstmal seine Verstrickungen in die Sache nachweisen können. Da man dies noch nicht mal bei Frau Zschäpe vermag, ist diese Klage reine Medienhascherei ohne Aussicht auf Erfolg.
    Zweimal Schreddern hat dafür ausgereicht.



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