10.08.2017 03:30 | Manfred Becht

Jahrzehntelanges Engagement beim Ortsgericht: Wilhelm Bingel und Horst Völker: Ein Leben für die Gemeinschaft

Hofheim Horst Völker und Wilhelm Bingel haben die Goldene Ehrennadel der Stadt Hofheim bekommen. Gemeinsamkeiten haben sie noch mehr.

Für sein jahrzehntelanges Engagement bekam der Wildsächser Wilhelm Bingel nun die Goldene Ehrennadel des Landes Hessen.
Für sein jahrzehntelanges Engagement bekam der Wildsächser Wilhelm Bingel nun die Goldene Ehrennadel des Landes Hessen. Bild: Hans Nietner

Wilhelm Bingel hat eine unfassbare Liste vorzuweisen. Im Gesangverein Deutsche Eiche und bei der SG Wildsachsen hat er angefangen, den Heimatverein und den Skatclub mit gegründet, die Fastnacht als Büttenredner und Sitzungspräsident mitgeprägt. Bei der Feuerwehr, im Kerbeverein und im Elternbeirat machte er mit. Dem Ortsbeirat Wildsachsen gehörte er an, und er war Schöffe beim Landgericht. Das ist eigentlich mehr, als in ein Leben passt, wenn man bedenkt, dass dazu noch Berufstätigkeit und Familie kommen.

Horst Völker engagierte sich unter anderem im Langenhainer Ortsbeirat und war  27 Jahre Ortsvorsteher. Foto: Hans Nietner
Horst Völker engagierte sich unter anderem im Langenhainer Ortsbeirat und war 27 Jahre Ortsvorsteher.

Bei Horst Völker ist die Liste nicht ganz so lang. Aber er war mehr als 20 Jahre Vorsitzender des Gesangvereins 1844, Vorstandsmitglied und auch Vorsitzender des Vereinsringes. Völker engagierte sich im Ortsbeirat und war 27 Jahre Ortsvorsteher in Langenhain – das ist ein besonders arbeitsintensiver Posten. Keine Frage: Beide haben die Goldene Ehrennadel verdient, die sie jetzt von der Stadt Hofheim bekommen haben.

Bedeutende Aufgaben

Äußerer Anlass ist in beiden Fällen, dass sie ihren ehrenamtlichen Posten im Ortsgericht aufgegeben haben, Bingel nach 20 Jahren, Völker nach 30 Jahren. Das sind Ämter ohne besondere öffentliche Aufmerksamkeit, aber durchaus mit Bedeutung. Die Ortsgerichte schätzen den Wert von Immobilien, sichern Nachlässe, beglaubigen Urkunden. Fachkenntnisse und Diskretion sind gefragt. Viel Einsatz haben die beiden gezeigt, freiwillig und unentgeltlich, lobte Stadtverordnetenvorsteher Wolfgang Vater bei der Übergabe der Auszeichnungen.

Gemeinsam haben die beiden noch mehr. Beide haben keineswegs irgendwann bewusst entschieden, sich überdurchschnittlich zu engagieren – man rutscht eher hinein in all diese Ämter. „Als ich 1972 nach Wildsachsen kam, bin ich in den Gesangverein gegangen“, erinnert sich Bingel. Dann wurde er gefragt, ob er nicht bei der Fastnacht mitmachen könne, und so ging das immer weiter. „Nein“ gesagt hat er eigentlich nie.

„Es hat sich halt so ergeben“, erinnert sich ähnlich Horst Völker. Er ist in Langenhain geboren, und da ging es nach der Konfirmation in den Gesangverein. Irgendwann habe er bei der Freien Wählergemeinschaft (FWG) mitgemacht, die es in Langenhain noch vor der CDU gab. Als die Christdemokraten einen Ortsverband gründeten, schlossen sich viele Freie Wähler dem an – und auf die Verbliebenen kamen Führungsaufgaben zu. Das endete beim Posten des Ortsvorstehers – beiden gemeinsam ist auch, dass sie den Schritt in die Gesamt-Hofheimer Politik nie gemacht haben.

Im ganzen Ort bekannt

Viel Spaß habe all das Engagement immer gemacht, sagen Völker und Bingel übereinstimmend. „Man ist im Ort bekannt wie ein bunter Hund“, ergänzt Völker. „Jeden im Ort hat man gekannt“, formuliert es Bingel ganz ähnlich. Daraus spricht eine besondere Verbundenheit mit den Menschen im Ort – bei Völker von Geburt an, während es sich Bingel als gebürtiger Darmstädter zunächst gar nicht recht vorstellen konnte, immer in Wildsachsen zu bleiben. Jetzt will er nicht mehr weg, Völker ohnehin nicht.

Beide haben die meisten Ämter inzwischen abgegeben. „Jüngere sollen ran“, sagt Völker, mit 86 Jahren ein Jahr älter als Bingel. Aber so richtig Ruhe ist nicht. „Ich habe ein Häuschen und den Garten“, erzählt Völker, und Bingel macht noch beim Skatclub mit und gehört dem Hofheimer Seniorenverein an. Als solcher nimmt er auch an den Sitzungen des Ortsbeirates teil – und hat sein Vergnügen daran, andere reden zu lassen. Wenn er doch etwas sagt, hat sein Wort Gewicht – das ist bei Horst Völker in Langenhain nicht anders.

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