11.08.2017 03:00 | Holger Vonhof

Bänke an Gräbern sorgen für Ärger: Trauernde sollen mitgebrachte Sitzgelegenheiten abräumen

Höchst Das Grünflächenamt geht dagegen vor, dass immer mehr Bürger auf dem Friedhof private Bänke an den Gräbern ihrer Angehörigen aufstellen. Es schlägt allerdings auch eine Alternative vor.

Eine weiße und eine braune Bank sind links und rechts dieses Grabes auf dem Höchster Friedhof aufgestellt worden. Das Grünflächenamt geht jetzt gegen diese Praxis vor.
Eine weiße und eine braune Bank sind links und rechts dieses Grabes auf dem Höchster Friedhof aufgestellt worden. Das Grünflächenamt geht jetzt gegen diese Praxis vor. Bild: Maik Reuß

Auf den Bänken an Gräbern auf dem Höchster Friedhof am Sossenheimer Weg hat die Friedhofsverwaltung des Grünflächenamts Aufkleber anbringen lassen – mit der Bitte an die Nutzer des Grabes, sich mit den Verantwortlichen in Verbindung zu setzen. Von „Wildwuchs“ spricht Thomas Bäder, beim Grünflächenamt zuständig für Friedhofsangelegenheiten – denn zum Teil stehen an den Gräbern Gartenstühle, weiße Plastikbänke aus dem Baumarkt und andere Sitzgelegenheiten, die nicht der Würde des Ortes entsprechen.

Betroffen sei vor allem das Gewann 1 des Höchster Friedhofs, sagt Bäder. „Zum Teil stehen bis zu drei Bänke an einem Grab.“ An rund 20 Bänken habe man nun Aufkleber angebracht. Zwei oder drei Hinterbliebene hätten bereits reagiert, worauf Friedhofsmitarbeiter beim Abtransport der beanstandeten Bänke geholfen hätten, sagt er: „Wir selbst haben eigenmächtig keine weggeräumt.“ So weit wolle die Friedhofsverwaltung zu dieser Zeit noch nicht gehen. Aber dass die weißen Plastikbänke und andere nicht adäquaten Sitzgelegenheiten weg müssen, ist für Bäder unstrittig: „Das entspricht nicht der Würde des Friedhofs.“

Dass an Gräbern Trauerarbeit geleistet werden muss, ist für Bäder selbstverständlich, und er weiß auch, dass viele ältere Menschen eine Sitzgelegenheit am Grab ihres geliebten Partners, Elternteils oder auch Kindes brauchen. „Da gibt es Lösungen“, sagt Bäder. Die Betroffenen sollten einfach die Friedhofsverwaltung ansprechen. Denkbar sei etwa, eine Patenschaft für eine der Bänke des Grünflächenamts zu übernehmen, die dann möglichst dicht am betreffenden Grab aufgestellt werde. Wer direkt am Grab sitzen möchte, könnte eventuell eine benachbarte Grabstätte dazupachten, um einen Standplatz zu haben. Eigenmächtig eine Bank am Grab aufzustellen, das werde nicht geduldet, betont Bäder: „Es ist in letzter Zeit so massiv aufgetreten, dass sich viele Leute wegen des Anblicks beschwert haben.“

Kommentare

  • Trauernde sollen mitgebrachte Sitzgelegenheiten abräumen
    geschrieben von sieglinde_lackner (107 Beiträge) am 14.08.2017 18:28

    Sehr geehrte Damen und Herren,
    ich sehe durchaus ein: Ordnung muss sein! Aber dass unbedingt Sitzgelegenheiten an den Gräbern weggeräumt werden müssen; spricht dafür, wie rigide die Deutsche Friedhofsordnung gehandhabt wird! Hohe Gebühren ja; aber geduldete Sitzgelegenheit - nein! Alles muss bis auf Punkt und Komma bei den Deutschen Ämtern für deutsche Bewohner stimmen! Typisch für unser Land! Sogenannte Würde auf den Friedhöfen wird als fadenscheiniger Grund vorgeschoben! Eine Bank nimmt doch nicht den Respekt vor diesem Ort!? Es gibt die Möglichkeit, dass ein Besucher einen leichten Klappstuhl mit bringt, den er nach dem Aufenthalt wieder mit nimmt! Ist das nicht ein Vorschlag zur Güte?! Menschlichkeit würde damit vielleicht ein wenig gezeigt, indem so etwas erlaubt würde; insbesondere auch für ältere Menschen!
    Sieglinde Lackner Bad Soden Taunus
    14.8.17



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