12.10.2017 03:30 |

Feuerwehr: Schlauchreinigung statt Mittagspause

Hattersheim Wer meint, dass die Hattersheimer Feuerwehrleute am Mittag ihre Stulle auspacken und auf einen Einsatz warten, liegt daneben. Es gibt immer viel zu tun, denn im Ernstfall müssen alle feuertechnischen Werkzeuge und Fahrzeuge sofort funktionieren und einsatzbereit sein.

Wehrführer Uwe Schabel nimmt eine Atemschutzmaske unter die Lupe und reinigt sie gründlich.
Wehrführer Uwe Schabel nimmt eine Atemschutzmaske unter die Lupe und reinigt sie gründlich.

Es ist Mittagszeit. Die Männer der Hattersheimer Wehr denken jedoch nicht an eine Pause. Vielmehr interessiert sie, ob alle Geräte und Schläuche gewartet, Einsatzfahrzeuge geprüft und die Pläne des Tages erledigt werden. Stadtbrandinspektor David Tisold, Wehrführer Uwe Schabel und Pierre Cantarero, Gerätewart, sind in der Atemschutzwerkstatt zusammengekommen, um die feuertechnischen Atemschutzgeräte des letzten Einsatzes zu prüfen. Alle drei sind hauptamtliche Feuerwehrmänner.

Mit sterilen Handschuhen schraubt Uwe Schabel die Atemluftflaschen von der Trägerplatte, prüft Gurte, Schließen und Mundstück. Kollege David Tisold erklärt: „Hier ist immer etwas los. Wir haben eine Vielzahl verschiedener Aufgaben, die erledigt werden müssen. Die Einsätze kommen dann noch unverhofft hinzu.“ Daher hätten er, Wehrführer Schabel und Gerätewart Cantarero auch während der Mittagszeit zu arbeiten. Im Gespräch zerlegen die Wehrmänner mit speziellen Schraubschlüsseln die Atemmasken, bis sich auf dem circa 1,50 auf 2 Meter großen Werkstatttisch nur noch einzelne Puzzlestücke befinden. Der Druck in den Atemschutzflaschen wird an einem Manometer geprüft. „Die Flaschen sollten mit 300 Bar gefüllt sein“, sagt Schabel und schaut auf den Messwert der Prüfanzeige. Die Atemluft in einer Flasche reiche realistisch gesehen zwanzig bis fünfundzwanzig Minuten.

Die Sichtprüfung identifiziert auszutauschende Teilstücke an den Atemschutzgeräten. „Sobald wir den Verdacht haben, dass einzelne Teile an den Geräten nicht ganz intakt sind, werden sie ausgetauscht.“

Alle Einzelteile der Atemschutzgeräte werden im Ultraschallbad gereinigt, im Anschluss im Trockenschrank keimfrei getrocknet und erst dann wieder zusammengebaut. „In dem Bad ist Platz für sechs Masken“, sagt Tisold und öffnet den Trockenschrank. Aus Hygienegründen und, damit man weiß, wann die Masken zuletzt gereinigt wurden, werden sie in Plastikbeutel verschweißt und das Reinigungsdatum aufgedruckt. Erst dann werden die Einsatzfahrzeuge bestückt. Die übrigen geprüften Atemschutzgeräte legen die drei Feuerwehrmänner auf einen großen Rollwagen, der zentral zugängig ist.

Überhaupt sollte das ganze Equipment der Wehr schnell greifbar, gereinigt und gepflegt sein. Nicht benötigte Werkzeuge, müssten trotzdem halbjährlich geprüft und gesäubert werden.

Zu den Aufgaben im Feuerwehrgerätehaus gehört auch die Schlauchpflege. „Wir haben hier die gereinigten Schläuche im Schlauchturm aufgehängt, aber zuerst werden die Schläuche unter Druck gesetzt und auf ihre Dichtheit geprüft.“ Danach erfolge die Bürstenreinigung, um den Schmutz zu entfernen.

Trotz des modernen Fuhrparks, hat an einem Fahrzeug in letzter Zeit der Kraftstoffdruck nachgelassen. „Das habe ich gerade repariert“, erklärt Gerätewart Cantarero und wischt sich die Hände sauber. Den Schaden konnte er schnell identifizieren, ist er doch gelernter Nutzfahrzeugmechatroniker. Gleichzeitig nimmt er noch weitere technische Funktionen an dem Rüstwagen unter die Lupe. Auch die Kollegen prüfen Rettungsschere, Spreitzer und, die Vollständigkeit der zur Absicherung einer Unfallstelle benötigten Hilfsmittel. „Wenn wir schon mal an einem Wagen dran sind, dann schaut man alles mal nach“, sagt Cantarero.

Parallel hören die Brandschützer in die Funkdurchsagen mit, um informiert zu sein, was wo los ist. „Zusätzlich haben wir unsere Funkmeldeempfänger immer am Gürtel, so dass wir sofort fahr- und einsatzbereit sind“, erklärt Stadtbrandinspektor Tisold. Ein für alle Wehrmänner einsehbarer Alarmmonitor gibt Informationen, wo gerade aktuelle Straßensperren zu beachten sind, ob man zur Unterstützung anderer Wehren ausrücken muss und welche Fahrzeugen dafür am sinnvollsten sind. Disponiert werden die Daten auf dem Monitor von der zentralen Einsatzdienststelle, die Informationen sammelt, koordiniert und dann zielgerichtet weitergibt.

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