11.08.2017 03:30 | Frank Weiner

Regine Kamps-Steiger verlässt nach neun Jahren die K & S Seniorenresidenz: Liebenswertes Duo sagt „Tschüss“

Kelkheim Mit einer großen Portion Wehmut packt die Leiterin der Seniorenresidenz in der Stadtmitte ihre Umzugskartons. Ab 1. September widmet sie sich neuen Aufgaben als Leiterin einer Altenpflegeeinrichtung in Frankfurt.

Verschnaufpause auf dem Sonnendeck:
Jens Spitzer und Regina Kamps-Steiger  im Strandkorb Hunde-Dame Emilia davor.
Jens Spitzer, der kommissarisch die Leitung der Seniorenresidenz übernimmt, testet schon mal den Strandkorb auf der Terrasse, einem der Lieblingsplätze von Regine Kamps-Steiger und Hunde-Dame Emilia. Bild: Knapp

Emilia liegt ruhig in der Ecke des Büros. Ab und zu seufzt sie mal leise oder schaut ein wenig traurig nach oben. Ob die Golden-Retriever-Dame ahnt, was hier schon bald passiert? Ihr Frauchen Regine Kamps-Steiger, die noch in diesem Büro in der K & S-Seniorenresidenz in der Stadtmitte arbeitet, wird bald den Job wechseln und zum 1. September in einer anderen Alteneinrichtung in Frankfurt als Leiterin anfangen.

Emilia ist der gute Geist der Residenz auf vier Pfoten. „Eine Bewohnerin hat mich gefragt: ,Hat die Emilia auch ihre Kündigung abgegeben? Wenn nicht, dann muss sie wohl bleiben’.“ Aber hier ist der Zug abgefahren, die Entscheidung der Kelkheimerin steht. Sie suche eben eine neue Herausforderung, nachdem sie hier so viel habe bewirken können. Geplant war das indes nicht. Die gelernte Krankenschwester Regine Kamps-Steiger, die auch von einem eigenen Restaurant träumt, fing als Pflegedienstleitung an. Nach einem knappen halben Jahr übernahm sie schon den Chefposten. Gestartet war K & S in Kelkheim nach einer Reihe von Eröffnungsfeiern rund um die Neue Stadtmitte mit nur zwei Bewohnern und sieben Mitarbeitern.

Zimmer umgebaut

Inzwischen sind es 126 Pflegeplätze und 51 Plätze im betreuten Wohnen – zum Teil mit Wartelisten. In diesem Jahr hat der Konzern mit Sitz im niedersächsischen Sottrum, der bundesweit 35 Häuser mit 3400 Mitarbeitern und 3600 Plätzen betreibt, noch einmal umgebaut für an die 300 000 Euro. Aus 21 Zimmern für Pflegebedürftige wurden 11 Wohnungen. Der Grund lag für Kamps-Steiger und Regionalleiter Jens Spitzer auf der Hand: Die Nachfrage stimme zwar, „wir hatten nie ein Belegungsthema“. Aber die Personalsituation sei sehr angespannt, Fachkräfte seien kaum zu bekommen, betont Spitzer (siehe Extra). Die gewünschte Pflegequalität sei mit dem Team kaum zu leisten gewesen, daher schwenkte das Unternehmen auf das weniger personalintensive betreute Wohnen um – was sich laut Spitzer aber ebenso rechne. Weitere Umstrukturierungen in diese Richtung will er nicht ausschließen.

Lage hat sich bewährt

Spitzer ist nach dem Ende der Aufbauphase von Kamps-Steiger vorerst der neue Chef in Kelkheim. Das Haus werde gut nachgefragt, Bewohner und Mitarbeiter seien in der Stadt integriert. Auch ein großer Verdienst von Regine Kamps-Steiger. So bieten Kelkheimer Vereine oder Privatleute hier Kurse in Gymnastik oder Gedächtnistraining an. Beim Du-und-Ich-Tag in der Stadtmitte ist K & S präsent. Da habe sich die Lage mittendrin in Kelkheim einfach bewährt, betont die Noch-Leiterin, die schon erste Abschiedsgeschenke im Büro stehen hat. Der zentrale Standort sei „wichtig für die Mobilisation, hier haben die Menschen die Möglichkeit, am Leben teilzunehmen“.

Nun aber schließt Regine Kamps-Steiger dieses Kapitel ab. Mit viel Wehmut: „Es ist ja mein Baby, mein zweites Zuhause. Es hat viel Spaß gemacht.“ Die Entscheidung sei ihr daher „nicht leicht gefallen“. Spitzer fügt schmunzelnd hinzu: „Sie hat ja unsere Telefonnummer.“ Sicher wird die Chefin mit Emilia auch mal vorbeischauen – denn auch den Hund haben die Bewohner ins Herz geschlossen. Dass die K & S-Seniorenresidenz unter Kamps-Steiger ein Erfolg wurde – die vielen Urkunden im Foyer bezeugen dies.

Hier gab es mit Mika Sander mal den „Azubi des Jahres“, bei einer Qualitätsprüfung sieben Mal die 1,0, den Innovationspreis „Integration von ausländischen Mitarbeitern“ oder den dritten Stern für die Hauswirtschaft.

Neue Herausforderungen

Aber nun warten neue Herausforderungen auf ein bewährtes Team unter neuer Leitung. Spitzer will erst einmal „die familiäre Struktur beibehalten“ und weiß: „Die Leitung gehört zu den Menschen.“ Er weiß auch, dass sich die Bedürfnisse der älteren Menschen heute ändern, dass zum Beispiel die Frage nach einem W-Lan-Anschluss wichtig sei. „Wir müssen heute mehr als früher auf die Ressourcen der Menschen blicken.“

(wein)

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