12.09.2017 03:00 | Frank Weiner

Grünes Licht für den „Glasmarkt“: Lidl reißt Discounter "Hinter der Mühle" ab und investiert Millionen in Neubau

Liederbach Für die Neubaupläne des Lebensmittelkonzerns muss der Bebauungsplan geändert werden. Der Bauausschuss segnete die Änderung einstimmig ab.

Der alte Lidl-Discounter soll durch einen modernen Markt ersetzt werden. Noch ist aber nicht klar, wann das sein wird.
Der alte Lidl-Discounter soll durch einen modernen Markt ersetzt werden. Noch ist aber nicht klar, wann das sein wird. Bild: Hans Nietner

Einige Millionen Euro wird der Lebensmittelkonzern Lidl in den Bau eines neuen Marktes in Liederbach am bisherigen Standort „Hinter der Mühle“ investieren. Diese,nicht genau bezifferte Zahl nannte Annabelle Frielinghaus von der Lidl Dienstleistung GmbH & Co. KG am Rande der Sitzung des Bauausschusses. Ähnlich vage bleibt es beim Zeitplan, der von vielen Faktoren wie dem geänderten Bebauungsplan und dem Bauantrag abhänge und deshalb nicht im Detail definiert sei, erklärte Frielinghaus.

Klar ist allerdings: Der alte Markt, auch erst im Jahr 2005 eröffnet, soll abgerissen werden und einem neuen Geschäft mit Pultdach und teilweise verglasten Fronten weichen. Die Verkaufsfläche steigt von ursprünglich 875 auf dann 1250 Quadratmeter. Allerdings war der Markt zwischendurch schon nach und nach vergrößert worden. Frielinghaus sprach das neue Lidl-Konzept mit breiteren Gängen und niedrigeren Regalen an, am Sortiment mit bis zu 1200 Produkten werde sich allerdings nichts ändern. Einen vergleichbaren Markt gebe es zum Beispiel in Idstein.

Keine Einwände

Doch die Mitglieder des Ausschusses müssen sich ein Referenzobjekt nicht mehr anschauen. Sie haben nichts gegen die Pläne und die Änderung des Bebauungsplans. Die Gemeinde will die Gelegenheit nutzen und aus dem Mischgebiet „Hinter der Mühle“ ein Sondergebiet für großflächigen Einzelhandel machen. Denn Wohnbebauung werde es dort nicht mehr geben, wie Bauamtsleiter Oliver Bauch noch einmal deutlich machte.

Der Bauausschuss segnete die Änderung zum B-Plan einstimmig aber, brachte aber noch einige Ergänzungen ein. FWG-Mann Thomas Kandziorowsky regte an, doch eine Dachbegrünung und eine Solaranlage zu prüfen. Und er wünscht sich, dass die eingeplante Lärmschutzmauer nicht gebaut wird. Denn der Supermarkt-Parkplatz dahinter könnte so zum ungestörten Treffpunkt für junge Leute werden – so wie es weiter hinten beim eher versteckten Aldi-Markt oft der Fall sei.

Auch Lidl-Managerin Frielinghaus sowie anwesende Anwohner brauchen die 4,40 Meter hohe Mauer nicht. Doch der Konzern wird nicht drumherum kommen. Laut Bauch ist das eine Bedingung aus dem Lärmgutachten. Der Markt wird zudem in Richtung Wohnhäuser gerückt, um selbst als Lärmschutz dienen zu können.

Weitere E-Ladeplätze

Einige Anregungen brachte auch Andreas Müller (Grüne) durch. Er wünscht sich, dass eine Bienen freundliche Wiese angelegt wird. Und er bat Frielinghaus, vor dem Markt eine Ladestation für Elektroautos zu installieren. In diesem Zusammenhang kündige Bürgermeisterin Eva Söllner (CDU) an, die Gemeinde habe sich in einem Mainova-Projekt für weitere E-Ladeplätze beworben. Kein Durchkommen gab es für Müllers Vorschlag, einen Fußweg zu Aldi und Rewe auf der anderen Seite der Straße zu schaffen. Ein Übergang am Kreisel sei zu gefährlich und umständlich, so der Tenor der Kollegen. Prüfen wird Lidl, ob die Lärmwand begrünt werden kann – ohne allzu viel Getier wie Mäuse an den Markt zu locken. Klar ist: Neben den Politikern können sich auch die Bürger in der Offenlage noch einmal äußern. Klar ist aber: Lidl darf seinen „Glasmarkt“ in Liederbach bauen.

(wein)

Kommentare



zu diesem Artikel sind keine Beiträge vorhanden

Ein neues Posting hinzufügen


Sie dürfen noch Zeichen schreiben.
Füllen Sie bitte die notwendigen Felder für die Registrierung aus.
Geben Sie bitte folgende Daten ein, um sich zu registrieren und Ihren Kommentar zu speichern.
Wir garantieren Ihnen, dass alle persönlichen Daten nur beim Verlag intern verwendet, und nicht ohne Ihre Zustimmung an Dritte weitergegeben werden!

gewünschter Benutzername: *
gewünschtes Passwort: *
Wiederholung Passwort: *
E-Mail: *
Kundennummer falls vorhanden:


Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage: Aus wie vielen Bundesländern besteht Deutschland?: 

Weitere Artikel aus Main-Taunus

Weitere Artikel aus Main-Taunus

Dieses Ensemble ist in den Schlagzeilen: Links wollen die Privateigentümer neu bauen, rechts möchte sich die Richter-Schule erweitern.
Kelkheim
|
Privateigentümer ziehen vor Gericht

Bauen am Gagernring: Klage statt Gespräche

Ein spektakuläres Ereignis: Das Flugboot Do-X, damals das größte Flugzeug der Welt, wasserte im Herbst 1932 vor Griesheim auf dem Main. Im Hintergrund ist „die Chemisch“ zu erkennen.
Griesheim
|
Privataufnahmen für Vortrag gesucht

Vor 85 Jahren ging das weltberühmte Flugboot Do-X bei Griesheim nieder

Rubrikenübersicht