05.11.2014 03:00 | Manfred Becht

Lange Gesichter im Rathaus

Wallau Der Main-Taunus-Kreis will die Schulturnhalle in Wallau im Alleingang sanieren. Die Folgen für die geplante neue Ländcheshalle sind völlig unklar.

Bürgermeisterin Gisela Stang suchte sofort den Kontakt zu ihren hauptamtlichen Stadträten Wolfgang Exner und Wolfgang Winckler, die Aufregung war den Hofheimern im Kreistag schon anzumerken. „Wir waren alle überrascht von den Äußerungen des Landrats bezogen auf die Hallensituation in Wallau“, ließ die Rathauschefin gestern verlauten. Nicht nachvollziehen könne man, wenn der Kreis sich von einer gemeinsamen Lösung verabschieden wolle, hieß es.

Überraschend ist die Überraschung im Hofheimer Rathaus schon. Nach langem Hin und Her hatte man sich darüber geeinigt, dass der TV Wallau Eigentümer und Bauherr der neuen Halle werden soll, die auf dem Gelände der Wallauer Taunusblickschule gebaut werden soll. Die Politik wiederum hatte sich auf die sogenannte Basislösung festgelegt – eine Dreifeldhalle, die in Wallau zwar weithin als zu klein gilt, die aber das Äußerste ist, was Hofheim zu bezahlen bereit ist. Bis zum Jahresende solle ein Architekt mit der Planung beauftragt werden, hatte Erster Stadtrat Wolfgang Exner im Wallauer Ortsbeirat angekündigt.

Und ausgerechnet jetzt, wo sich Fortschritte abzeichnen, reißt dem Main-Taunus-Kreis der Geduldsfaden. Immer wieder werde er auf den maroden Zustand der Schulturnhalle angesprochen, erklärte Landrat Michael Cyriax. Die Schulturnhalle sollte nach bisheriger Absprache durch eine neue Ländcheshalle ersetzt werden, an der sich der Kreis beteiligen sollte. Aber das Projekt komme nicht voran, so Cyriax, so dass er mit der Schulturnhalle jetzt nicht länger warten will.

Jahrelang habe der Kreis eine Sanierung der Schulturnhalle zurückgestellt, betonte gestern Kreishaus-Pressesprecher Johannes Latsch. Im Interesse der Schüler und der Vereinssportler sei dem Kreis an einer baldigen Lösung gelegen. Im Kreishaus wird der Neubau oder eine Sanierung für 2016 ins Auge gefasst.

Was heißt das aus Sicht des Kreises für die neue Ländcheshalle? Kann die trotzdem noch auf dem Schulgelände gebaut werden? Besteht der Kreis auf der üblichen Kostenbeteiligung der Stadt? Der Kreis lässt diese Fragen unbeantwortet, aber auch die Stadt präsentiert sich wortkarg. Wird sie sich an der Sanierung der Schulturnhalle beteiligen? Besteht die Gefahr, dass sie sich dann sogar ganz von dem Vorhaben einer neuen Ländcheshalle verabschiedet? Ausschließen kann man angesichts der großen finanziellen Probleme der Stadt derzeit gar nichts. 4,7 Millionen Euro soll die neue Ländcheshalle kosten – wenn der Kreis aus dem Projekt aussteigt und die Stadt sich auch noch an der Schulturnhalle beteiligen soll, ist das noch schwieriger durchzusetzen.

Immerhin, das letzte Wort ist offensichtlich noch nicht gesprochen. „Die Tür zur Stadt Hofheim ist weiter offen, wir sind weiter zu Gesprächen bereit“, betonen Cyriax und Kreisschuldezernent Wolfgang Kollmeier. Hofheims Bürgermeisterin Gisela Stang wiederum lässt wissen, dass sich die Stadt um einen Gesprächstermin im Kreishaus bemühe. „Wir würden weiter an der guten Lösung für Wallau arbeiten, die für Kreis, Stadt und Verein finanziell leistbar ist“, so die Stadt Hofheim.

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