13.09.2017 03:30 | Sascha Kröner

Thema im Ortsbeirat – „Ein starkes Stück“: Gammelhaus an der Kolpingstraße: Stadt kann Verfall nicht stoppen

Flörsheim „Was unternimmt die Verwaltung, gegen den Schandfleck an der Kolpingstraße?“, fragten die Freien Bürger im Ortsbeirat. Bürgermeister Michael Antenbrink (SPD) verwies auf die eingeschränkten Möglichkeiten

Der Garten ist zugewuchert, der Putz blättert ab und die Scheiben der Fenster sind bereits herausgebrochen:
Der Garten ist zugewuchert, der Putz blättert ab und die Scheiben der Fenster sind bereits herausgebrochen: Bild: Knapp

Einige Zuschauer besuchten die jüngste Ortsbeiratssitzung, weil sie sich für ein ganz bestimmtes Thema interessierten. Auf der Tagesordnung stand ein Antrag der Freien Bürger (dfb) zum Anwesen in der Kolpingstraße 20. Das Grundstück sowie das Gebäude sind seit einiger Zeit stark heruntergekommen. Anwohnerinnen verfolgten die Diskussion im Ortsbeirat deshalb gespannt. Sie wollten wissen, wie es mit dem Schandfleck gegenüber der katholischen Kirche St. Josef weitergeht. Löcher in der Fassade, kaputte Scheiben und ein zugewucherter Garten werfen kein gutes Licht auf die Wohngegend.

Die dfb-Vertreter hatten den Magistrat in ihrem Antrag aufgefordert, den Eigentümer des Geländes ausfindig zu machen und eine Instandsetzung zu veranlassen.

Ratten laufen herum

Ihm sei zu Ohren gekommen, dass Ratten zwischen der Kolpingstraße 20 und umliegenden Gaststätten hin und her laufen, berichtete Fraktionschef Thomas Probst. „Wir reden von einem Extrem“, betonte der dfb-Mann. Die Situation sei „ein starkes Stück“. Von den Zuschauerplätzen gab es zustimmendes Gemurmel.

Viel Neues war während der Sitzung allerdings nicht zu erfahren. Bürgermeister Michael Antenbrink (SPD) stellte lediglich klar, dass die Stadt sich schon lange mit dem Thema befasst. „Gehen Sie davon aus, dass uns der Eigentümer bekannt ist“, sagte der Verwaltungschef. Die Stadt habe den Besitzer schon vor Jahren gebeten, etwas zu verändern. Der derzeitige Zustand liege nicht am Unwillen der Flörsheimer Verwaltung. Alle weiteren Informationen unterliegen, laut Antenbrink, jedoch dem Datenschutz. Er könne und dürfe sich nicht äußern, betonte der Bürgermeister.

Aus Sicht von Thomas Probst besteht das Problem darin, dass die Bürger nicht wissen, was künftig mit dem Grundstück passiert. Seit Jahren tue sich auf dem verwahrlosten Gelände nichts.

Keinen Einfluss

Probst regte an, über Möglichkeiten zu diskutieren und wollte vom Verwaltungschef wissen, welche Maßnahmen dieser angestoßen habe. Auch diese Information unterliege in solch einer Situation dem Datenschutz, beharrte Michael Antenbrink.

SPD-Mann Klaus Wagner unterstrich, dass die Stadt im Falle eines verwahrlosten Hauses keinen Einfluss habe. Das Gebäude müsse einsturzgefährdet sein, damit von außen Schritte erzwungen werden können.

Christdemokrat Harald Kaufmann wollt dies nicht so einfach hinnehmen. Wenn sich auf dem zugewucherten und verwahrlosten Grundstück bereits die Ratten tummelten, müsse es doch auch eine Handhabe geben, um etwas dagegen zu unternehmen meinte der Gemeindevertreter.

Rathauschef Michael Antenbrink wies darauf hin, dass die Stadt bereits alles unternehme, was in diesem Rahmen möglich ist. Die Verwaltung sei mit den zuständigen Behörden im Gespräch.

Im Anschluss an die Diskussion zogen die Freien Bürger ihren Antrag zurück. Den Anwohnern, die die Sitzung gleich nach dem Tagesordnungspunkt wieder verließen, bleibt nur die Gewissheit, dass ein seit Jahren bestehendes Ringen wohl fortgesetzt wird. Viel Trost ist dies wohl nicht.

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