12.09.2017 03:00 | Walter Mirwald

Gelebte Vielfalt der Kulturen: Folklorefest lädt die Gäste zu einer kleinen Weltreise ein

Sulzbach Zehn Tanz- und Musikgruppen unternahmen beim 27. Interkulturellen Folklorefest im Bürgerzentrum Frankfurter Hof einen Ausflug in bekannte und fremde Kulturen.

Das „Viet-Volkstanz-Ensemble“ aus Frankfurt kam mit einer großen Gruppe nach Sulzbach, die Tänze aus ihrer asiatischen Heimat vorführte.
Das „Viet-Volkstanz-Ensemble“ aus Frankfurt kam mit einer großen Gruppe nach Sulzbach, die Tänze aus ihrer asiatischen Heimat vorführte. Bild: Hans Nietner

Rund 500 Besucher genossen beim 27. Folklorefest das Bühnenprogramm und die kulinarischen Köstlichkeiten mit asiatischen und italienischen Spezialitäten bis hin zu Bratwurst und Apfelwein. Erstmals fand das Traditionsfest nicht am Platz an der Linde, sondern in der Hofreite des Bürgerzentrums Frankfurter Hof statt, die auf einer kompakten überschaubaren Fläche eine heimelige Atmosphäre und einen besonderen Charme bot.

Das „Viet-Volkstanz-Ensemble“ aus Frankfurt kam mit einer großen Gruppe nach Sulzbach, die Tänze aus ihrer asiatischen Heimat auf der Bühne vorführte und zudem an einem Stand Speisen aus ihrem Heimatland verkaufte.

Das Volkstanzensemble wurde von Freunden der vietnamesischen Kultur im Jahr 2014 gegründet. Dort treffen sich Vietnamesen, die in Deutschland leben, aber auch junge Menschen, die in Frankfurt studieren und danach wieder in ihre asiatische Heimat zurückkehren. So war der Auftritt in Sulzbach der letzte in Deutschland für den 22 Jahre alten Studenten der Wirtschaftswissenschaften Tanvu Vu, der nach einer zweijährigen Studienzeit in Frankfurt im Oktober nach Hause zurückkehren wird.

Namha Vu, die nicht mit Tanvu verwandt ist, organisiert die Übungsstunden des Tanz-Ensembles, das in einem Raum in der Hanauer Landstraße trainiert. Namhu Vu erzählt, dass Tanvu an der Kreation und Erarbeitung der in Sulzbach gezeigten Darbietungen beteiligt war. Dabei spielte der Begriff „Heimat“ eine besondere Rolle.

Jede Gruppe brachte – so wie die Vietnamesen – eine Botschaft aus der eigenen Kultur mit nach Sulzbach. Diese Botschaften, mit Tanz und Musik verkündet, ergaben ein buntes Programm der Vielfalt.

Moderiert wurde das Fest von dem „Mann der ersten Stunde“, dem Mitglied des Gemeindevorstandes Gerhard Schöffel, der von den „Kultur-Damen“ der Gemeindeverwaltung, Monika Moser und Sandra Schiwy, maßgeblich unterstützt wird.

Polnische Folklore zeigte die Tanzgruppe „Krakowiak“, in die Türkei entführte die Formation „Dilan“, nach Südamerika die Tanz-und Musikgruppe „Pachamama Bolivia“, nach Spanien die Flamenco-Schule Maria Garcia und nach Italien das große Folkloreteam „Bella Italia“. Aus Frankfurt kam die Dudelsackband „Clan-Pipers“, aus Liederbach die „Breakdance Allstars“ und aus dem nordhessischen Edermünde die „Volkstanzgruppe Besse“.

Zum Abschluss sorgte die Gruppe „Desperados Linedance“, die in Sindlingen und Hattersheim ihre Übungsstunden abhält, für Hochstimmung. Besonders dann, als sie Besucher zum Mittanzen auf die Bühne holte.

Diese Gruppe besteht aus Tänzern aus Syrien, China, Vietnam und Deutschland und spiegelt den Sinn des Sulzbacher Folklorefestes wider. Dieses Fest soll ein Ausdruck des guten Miteinanders von Menschen aus verschiedenen Ländern sein. Und das ist zum 27. Mal in einem von Ausländerfeindlichkeit überschatteten Alltag gelungen.

Kommentare



zu diesem Artikel sind keine Beiträge vorhanden

Ein neues Posting hinzufügen


Sie dürfen noch Zeichen schreiben.
Füllen Sie bitte die notwendigen Felder für die Registrierung aus.
Geben Sie bitte folgende Daten ein, um sich zu registrieren und Ihren Kommentar zu speichern.
Wir garantieren Ihnen, dass alle persönlichen Daten nur beim Verlag intern verwendet, und nicht ohne Ihre Zustimmung an Dritte weitergegeben werden!

gewünschter Benutzername: *
gewünschtes Passwort: *
Wiederholung Passwort: *
E-Mail: *
Kundennummer falls vorhanden:


Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage: Wie heißt die Hauptstadt von Deutschland?: 

Weitere Artikel aus Main-Taunus

Weitere Artikel aus Main-Taunus

Dieses Ensemble ist in den Schlagzeilen: Links wollen die Privateigentümer neu bauen, rechts möchte sich die Richter-Schule erweitern.
Kelkheim
|
Privateigentümer ziehen vor Gericht

Bauen am Gagernring: Klage statt Gespräche

Ein spektakuläres Ereignis: Das Flugboot Do-X, damals das größte Flugzeug der Welt, wasserte im Herbst 1932 vor Griesheim auf dem Main. Im Hintergrund ist „die Chemisch“ zu erkennen.
Griesheim
|
Privataufnahmen für Vortrag gesucht

Vor 85 Jahren ging das weltberühmte Flugboot Do-X bei Griesheim nieder

Rubrikenübersicht