21.03.2017 03:30 | Juliane Schneider

Mehr als 5000 Bilder und Videos: Eschborner sammelte Kinderpornos: Bewährungsstrafe

Eschborn Mehr als 5000 Bilder und Videos mit kinderpornografischen Inhalten fand die Polizei 2015 bei einem Mann aus Eschborn. Dieser legte nur bei der Gerichtsverhandlung ein Geständnis ab.

Die Statue Justitia ist zu sehen. Foto: Peter Steffen/Archiv
Die Statue Justitia ist zu sehen. Foto: Peter Steffen/Archiv

Auf der Anklagebank hält der Mann mit lichtem Haar und grauem Kapuzenpulli den Blick gesenkt und nestelt nervös an seinen Fingern. Was ihm vorgeworfen wird, wiegt schwer. Mehr als 5000 Bild- und Videodateien mit kinderpornografischen Inhalten waren auf Datenträgern gefunden worden, die die Polizei im September 2015 bei der Durchsuchung seiner Eschborner Wohnung gefunden hatte. In einer langen Anklage trägt der Staatsanwalt vor, wie viele Dateien sich jeweils auf einem Laptop, Extra-Laufwerk, einem Tablett, einer externen Festplatte und dem Smartphone befunden hatten.

Zu leugnen versucht der 56 Jahre alte Lkw-Fahrer erst gar nicht. „Er gesteht in vollem Umfang und ist selbst geschockt, wie viel das ist“, sagt sein Verteidiger. Schon bei der Wohnungsdurchsuchung hatte der geschiedene Vater eines erwachsenen Sohnes der Polizei gesagt, er sei froh, dass man ihn erwischt habe und das Ganze nun ein Ende habe. „Haben sie sich denn professionelle Hilfe gesucht wegen ihrer Neigungen?“, fragt der Richter. „Es ekelt mich alles an, ich bin fix und fertig“, sagt der 56-Jährige leise und wiederholt, dass er froh sei, dass alles vorbei sei. Eine Neigung zu so etwas habe er aber nicht. . . „Sie wissen doch, dass Sie ein Problem damit haben, sagen Sie es doch!“, mahnt der Verteidiger. Neben einer Freiheitsstrafe sei dringend eine Therapie erforderlich, macht der Staatsanwalt klar. Zugunsten des Angeklagten, wertet er sein Geständnis, strafschärfend die ungeheure Menge der heruntergeladenen Dateien und dass es sich bei den Inhalten nicht „nur“ um Posing-Aufnahmen, sondern um schweren Kindesmissbrauch handle. Er plädiere auf eineinhalb Jahre, die zur Bewährung auszusetzen seien. Der Verteidiger hält mit Verweis auf das Alter des Angeklagten und die Tatsache, das dieser keine Vorstrafen hatte, eine Bewährungsstrafe von einem Jahr mit Therapieauflage für angemessen. „Es tut mir alles so leid und soll nicht mehr vorkommen, das verspreche ich hier“, sagt der Angeklagte in seinem letzten Wort.

Wegen des Besitzes kinderpornografischen Materials wird er zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und vier Monaten verurteilt. Die Strafe sei zur Bewährung auszusetzen, legt der Richter fest. Der Angeklagte solle mindestens 24 mal beim Frankfurter Zentrum für Männerfragen vorsprechen und nach einem Jahr ein therapeutisches Attest vorlegen. Die Bewährungszeit lege er auf drei Jahre fest. Von einer zusätzlichen Geldauflage sehe er ab, da er neben den Prozess-und Anwaltskosten auch die Kosten für das umfangreiche Gutachten zu übernehmen habe, die sich in diesem Fall auf 17 000 Euro belaufen.

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