16.06.2017 03:30 | Gernot Gottwals

"Nationalitätentreff": Die ganze Welt auf der Zunge

Goldstein Rund Tausend Besucher kamen zum „Nationalitätentreff“ auf die Sportanlage Zur Waldau. Bis zum Sonntag hat der VfL Goldstein in seiner Festwoche noch viele sportliche und gesellige Höhepunkte zu bieten.

Marion, Tina und Claudia Herth, drei Schwestern, haben beim Nationalitätentreff des VfL Goldstein leckere Burger zubereitet. Beim kulinarischen Höhepunkt der Festwoche des Sportvereins gab es auf der Sportanlage Zur Waldau Speisen aus aller Welt.
Marion, Tina und Claudia Herth, drei Schwestern, haben beim Nationalitätentreff des VfL Goldstein leckere Burger zubereitet. Beim kulinarischen Höhepunkt der Festwoche des Sportvereins gab es auf der Sportanlage Zur Waldau Speisen aus aller Welt. Bild: Maik Reuß

Am frühen Abend will die Schlange vor manchen internationalen Ess- und Trinkständen schier kein Ende nehmen. Doch die coolen Ladies mit ihren Cowboyhüten behalten den Überblick, obwohl sie erst zum zweiten Mal mit ihrem Hamburger-Stand mit dabei sind. „Meine Schwester und die Schwester meines Mannes haben viele Jahre lang in Amerika gelebt, von ihnen haben wir viele Anregungen und Rezepte“, sagt Gisela Herth.

Insgesamt 13 Stände warben zum Nationalitätentreff bei der Goldsteiner Festwoche des VfL mit ihren Spezialitäten um Gunst und Gaumen von rund 1000 Besuchern. Von deftiger Frankfurter Hausmannskost über Balkanküche bis hin zu mediterranen und fernöstlichen Spezialitäten blieb bei der 26. Auflage des Fests kaum ein kulinarischer Wunsch offen. Und vom spanischen Stand wehte schon früh dieser verführerische Duft von Olivenöl und Safran herüber, der beim Anbraten von Hähnchen und Reis entsteht. Der Ansatz wurde später mit Meeresfrüchten zu einer Paella marisco verfeinert.

Vorreiter der Integration

Nachdem alle Besucher gestärkt waren, hatten die Jazztanz- und Akrobatikgruppen des VfL Goldstein ihre Auftritte. Schon die Jüngsten im Kleinkindalter brillierten auf der Bühne, so dass das Publikum im vollen Festzelt so manche Zugabe forderte. Da zeigten sich nicht nur Goldsteins Rosenkönigin Janine I. und der Vorsitzende des Vereinsrings Peter Meister hingerissen. „Der VfL Goldstein hat in der Frankfurter Sportwelt eine besonderen Stellenwert, da er zu den ersten gehörte, der mit seinem Nationalitätentreff zum Kennenlernen der vielen Kulturen unserer Stadt einlud“, betonte der Vorsitzende des Sportkreises Frankfurt, Roland Frischkorn.

Geboren wurde die Idee zum Nationalitätentreff von Elvira und Hans-Peter Ziegler, heute Ehrenvorsitzender des Vereins. „Vor 25 Jahren stand ich hier zusammen mit meiner Mutter und habe Souflaki gegrillt“, erinnert sich Argirios Chliapas. Nun wird er am Grill von seiner Lebensgefährtin Steffi Haacke unterstützt. Than Nguyen serviert gebratene Nudeln mit Hühnerfleisch, Frühlingsrollen und Saté-Spieße. „Vor zehn Jahren habe ich das Vereinslokal übernommen, das heute ,Midori Inn‘ heißt“, erklärt er. Christina Sherlock unterstütze ihn tatkräftig – wie Chliapas fand sie ihren Weg zum VfL Goldstein über das Tennis.

Wie spricht man „Tagliatelle“ richtig aus? Für Jürgen Wernig zugegeben keine ganz einfache Frage, die korrekte Aussprache müsse er noch üben. Doch wie man die Nudelnester mit Pinienkernen und Tomaten füllt oder Pizzateig mit Spinat und Salami, dafür haben er und seine Frau Christa durchaus das richtige Gefühl. „Sonst kocht hier immer Luigi della Bianca, doch der ist dieses Jahr urlaubsbedingt verhindert“, sagt er.

Süßes aus Böhmen

Wenige Meter weiter duftet es nach österreichischen und tschechischen Spezialitäten. Traditionell haben beide Landesküchen über die Einflüsse der Habsburger Monarchie viele Gemeinsamkeiten. Doch zum Nationalitätentreff hat man sich sorgfältig abgestimmt: „Früher habe ich immer Backhendl zubereitet, doch die sind ziemlich aufwendig. Deshalb habe ich mich auf Süßspeisen verlegt, bei mir gibt es Kaiserschmarrn und Marillenschnaps“, sagt Rosa-Marie Cura. Dafür gibt es nebenan bei den Tschechen Marillenknödel, die auf der Zunge zergehen.

Heute Abend startet um 19 Uhr im Festzelt die 11. „Goldsteiner Trophy“: Dabei sind eigenartige Disziplinen wie Hochstapeln oder Seiltanz gefragt, um „Trophy Star“ zu werden. Am Wochenende klingt die Festwoche mit verschiedenen Handball- und Volleyballturnieren aus, und morgen Abend steigt ab 20 Uhr eine 80er- und 90er-Party.

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