13.10.2017 03:30 | Frank Weiner

Stadtentwicklung: Die Wohlfühl-Baustelle in der Hornauer Straße

Kelkheim Wenn eine Baustelle eingerichtet wird, sorgt dies häufig für Ärger bei den Anwohnern. Nicht so im Fall der Hornauer Straße: Dort müssen die Bewohner zwar derzeit mit Belästigungen leben, aber fast alle loben das gute Zusammenspiel.

Durch die Baustelle an der Hornauer Straße müssen die Anwohner mit Lärm und Dreck leben. Trotzdem    regt sich kaum jemand auf.
Durch die Baustelle an der Hornauer Straße müssen die Anwohner mit Lärm und Dreck leben. Trotzdem regt sich kaum jemand auf. Bild: Hans Nietner

Bis Ende 2018 müssen die Anwohner der Hornauer Straße mit Lärm, Dreck und Umleitungen leben. Denn die zentrale Verkehrsachse zwischen Kelkheim und Hornau wird in diesem Zeitraum für eine kalkulierte Summe von rund 1,8 Millionen Euro grundhaft saniert. So sehr sich die Nachbarn dann über eine neue Straße freuen können, so wird die Bauphase zum Belastungstest. Bisher ist es aber eher eine „Wohlfühl-Baustelle“, der Start seit Anfang September ist reibungslos gelaufen, die Anwohner und die Arbeiter harmonieren gut, Anlass zur Kritik gibt es nicht.

„Die Arbeiter sind absolut spitze, die ebnen mir alles“, sagt zum Beispiel Udo Wattendorf, der im unteren Teil hinter der Einmündung der Liederbachstraße eine Autowerkstatt betreibt. Mit den Fahrzeugen könne er problemlos ein- und ausfahren – und wenn doch mal Hindernisse da sind, dann räumen die Arbeiter der Firma Albert Weil aus Limburg den Weg frei, berichtet er dem Kreisblatt.

„Roter Teppich“

So wie sie den Fußgängern regelrecht den „roten Teppich“ ausgelegt haben: Der besteht zwar aus dunklen Matten, doch schützt er Passanten vor allzu viel Dreck an den Seitenrändern. „Es geht gut, die Arbeiter sind wirklich in Ordnung“, ist auch Anwohner Werner Gruß mit dem Verlauf bisher sehr zufrieden. Er kann meistens das Grundstück erreichen – und wenn mal nicht, dann gibt es einen Hinweis. Dass die Hornauer Straße nun Dauerbaustelle bis hoch zum Vereinshaus wird, hält Gruß für notwendig: „Das ist halt nun mal so. Da muss man sich arrangieren. Die Straße war sehr schlecht.“ Udo Wattendorf kann das bestätigen. Seine Befürchtungen bei der Bürgerversammlung, dass die Baustelle große Probleme bereiten würde, haben sich bisher aber nicht bestätigt.

Im Zeitplan

Auch Bürgermeister Albrecht Kündiger hat keine Beschwerden im Rathaus in direkter Nachbarschaft bekommen. Weil er weiß, welche Probleme so manche Baustelle mache, habe er sich darüber ein wenig gewundert. Die Kommunikation zwischen Anwohnern und Bauarbeitern könne kaum besser sein. Es habe anfangs nur ein „kleines Missgeschick“ gegeben, da nicht alle Informationen auch in den Briefkästen mancher Hinterhäuser eingeworfen wurden. Kündiger weiß, dass bei einer Dauerbaustelle „das Verständnis der Anwohner ganz wichtig ist“. Derzeit liegen die Arbeiten im Zeitplan – auch wenn mancher Service der Baufirma das Verfahren nicht immer beschleunige. Auch die Umleitung bereite kaum Sorgen. „Ich habe daher keine Veranlassung, etwas zu verändern“, sagt Kündiger.

Den Polier der Firma Albert Weil, der mit seinem Namen lieber nicht in der Zeitung auftauchen möchte, freut das Lob. „Uns ist eine gute Zusammenarbeit wichtig“, sagt er. Denn das Unternehmen sei ja noch bis Ende 2018 hier beschäftigt, derzeit mit fünf Mann. Da werden dann schon mal Mülltonnen der Nachbarn rausgestellt oder eben die Matten ausgelegt.

Die Arbeiten an sich laufen ebenfalls reibungslos. Knifflig seien zwar die vielen Hausanschlüsse, erst für den Kanal, später fürs Wasser. Da müssten die Rohre dann vorbei an Gas-, Strom- und Telefonleitung gelegt werden. Übernächste Woche sei die Hauptwasserleitung dran, kündigt der Polier an. Er hofft nun, dass das Wetter mitspielt und es weiter problemlos läuft.

Vier Abschnitte

Insgesamt wird die Hornauer Straße samt Bürgersteigen auf einer Länge von 750 Metern grundhaft saniert. Zudem werden eine neue Hauptwasserleitung, eine Strom-Mittelspannungsleitung und neue Hausanschlüsse für Wasser verlegt sowie schadhafte Kanalanschlüsse ausgetauscht. Im Bereich Vereinshaus wird in diesem Zuge die Bushaltestelle barrierefrei umgebaut und der Platz umgestaltet. Die Baumaßnahme ist in vier Abschnitte eingeteilt. Teil eins zwischen der Einmündung zur Liederbachstraße bis kurz hinter den Rathaus-Parkplatz soll bis Weihnachten abgeschlossen sein.

Geht es nach dem Bürgermeister, ist auch klar, mit welchem Beitrag die Anwohner zur Kasse gebeten werden. Kündiger schlägt einen Anteil von 25 Prozent vor – letztlich muss das das Stadtparlament entscheiden. Sollte es so kommen, seien die Beträge für die Eigentümer in „überschaubaren Rahmen“.

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