11.08.2017 03:30 | Kristiane Huber

FDP-Chef Christopher Higman kehrt in seine britische Heimat zurück: Die Liberalen in Schwalbach haben eine neue Spitze

Schwalbach Der bisherige Chef der Schwalbacher FDP, Christopher Higman, gibt seine Ämter aus privaten Gründen ab. Seine bisherige Partnerin an der Spitze der Partei, Stephanie Müller, macht weiter. Ihr steht künftig Walter Korn zur Seite.

Die Schwalbacher FDP hat eine neue Doppelspitze: Horst Ott und Christopher Higman übergeben den Staffelstab an Walter Korn und Stephanie Müller (von links).
Die Schwalbacher FDP hat eine neue Doppelspitze: Horst Ott und Christopher Higman übergeben den Staffelstab an Walter Korn und Stephanie Müller (von links). Bild: Maik Reuß

Für ihn persönlich ist es ein massiver Einschnitt, für seine FDP ein großer Verlust: Christopher Higman, der bisherige Partei- und Fraktionsvorsitzende der Liberalen, wird Schwalbach verlassen und mit seiner Ehefrau Patience in sein Geburtsland Großbritannien zurückkehren. In der Stadtpolitik wird der versierte und international erfahrene Ingenieur Christopher Higman vielen Beobachtern mit seiner sachlichen, kompetenten Art fehlen.

Auch in Schwalbach hinterlässt das Ehepaar Higman, das auch gesellschaftlich engagiert ist, eine Lücke. „Wir haben 43 Jahre in Schwalbach gelebt und die Entscheidung wegzugehen, ist uns nicht leicht gefallen. Aber unsere drei Töchter und unsere Enkelkinder leben alle in Großbritannien, und wir ziehen ihnen jetzt doch hinterher“, sagt Higman. Der Brexit, den Higman als überzeugter Europäer für fatal hält, habe bei dem Entschluss keine Rolle gespielt. Die Übersiedlung der Higmans in die Region Bristol ist schon für Anfang Oktober terminiert. In der nächsten Stadtparlamentssitzung am 28. September wird Higman den Fraktionsvorsitz offiziell niederlegen und sein Mandat aufgeben.

„Wir gönnen ihm das“

Der 72-jährige Higman war lange (mit Unterbrechungen) als Stadtverordneter aktiv. Seit Herbst 2014 war er Fraktionschef der FDP. Seit Anfang 2013 führte er bereits – als Doppelspitze – gemeinsam mit Stephanie Müller die Partei. Die Parteichefin sagt: „Wir lassen Chris Higman gar nicht gerne gehen, wir verstehen aber die familiären Gründe gut und gönnen ihm das.“

Mit der Entwicklung der Schwalbacher FDP in den vergangenen Jahren ist Higman mehr als zufrieden. „Wir haben bei der Kommunalwahl 2016 die Anzahl unserer Sitze im Parlament von zwei auf vier Sitze verdoppeln können, und wir haben eine breite Fachkompetenz in der Fraktion. In der Koalition mit der SPD konnten wir bereits FDP-Initiativen wie etwa die Sanierung und den Umbau der Straße Am Sportplatz, die gerade erfolgen, durchsetzen“, sagt Higman. Die Schwalbacher FDP sei auch künftig in guten Händen, ist er sicher. Mit der Nachricht über Higmans Weggang ist die FDP bisher noch nicht hausieren gegangen. Bei der Mitgliederversammlung wurde Anfang August erst einmal die Partei informiert. Klar ist, dass Higmans Spitzenpositionen in Partei und Fraktion neu besetzt werden müssen. Ein Posten ist schon vergeben. In die erste Reihe tritt nun anstelle von Higman als neuer Parteichef Walter Korn, der einstimmig von den Mitgliedern gewählt wurde. Stellvertretender Parteichef war er vorher. Walter Korn ist ein echter Schwalbacher Bub. „Ich war 1957 der erste Neugeborene in der Kopftuchsiedlung in der Breslauer Straße“, sagt er. Seit zehn Jahren hat Korn, der verheiratet ist, ein FDP-Parteibuch. Seit 2016 ist er Stadtverordneter und im Bauausschuss. Als Selbstständiger führt er seit fast 30 Jahren einen Sanitär- und Heizungsbaubetrieb in Schwanheim. Stephanie Müller (44), die auch Stadtverordnete ist, wurde im Amt als Parteichefin an Korns Seite bestätigt. „Die Doppelspitze hat sich bewährt. Das machen wir weiter so“, sagt Müller. „Familie, Beruf und Ehrenamt lassen sich durch diese Arbeitsteilung gut managen“, sagt Müller, die verheiratet ist und zwei Kinder hat. Die gelernte Diplom-Kauffrau arbeitet für eine große Bank.

Wer wird Fraktionschef?

Zum stellvertretenden Parteichef wurde von der Mitgliederversammlung Horst Ott gewählt, der auch der Fraktion angehört. Für Higman ins Parlament nachrücken wird Thomas Glombik, der auch zum neugewählten FDP-Vorstand gehört. Da bleibt noch die Frage: Und wer übernimmt den Fraktionsvorsitz von Higman? Müller, Korn, Ott oder Glombik? „Das haben wir intern noch nicht abschließend besprochen“, sagt Müller. Wohnungsbau, Schulkinderbetreuung und das Ziel eines ausgeglichenen Haushalts sind die Themen, die die FDP derzeit vorrangig beschäftigen, betont das Spitzen-Duo Müller und Korn.

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