10.10.2017 03:30 | Holger Vonhof

Marode Spundwand: Arbeiten am Mainufer beginnen

Höchst Die marode Spundwand am Höchster Mainufer wird nun endlich ersetzt: Ende Oktober soll es losgehen; die Fertigstellung ist für August 2018 geplant. Dann wird Höchst auch ein Stückchen gewachsen sein.

Stadtrat Markus Frank (links) und Ingenieur Martin Schumann erläutern die Baumaßnahmen vor einem der beiden großen Baustellenschilder am Höchster Mainufer. In einem Kästchen liegen an den Schildern auch Info-Broschüren der HFM Management für Hafen und Markt Frankfurt aus. Bilder >
Stadtrat Markus Frank (links) und Ingenieur Martin Schumann erläutern die Baumaßnahmen vor einem der beiden großen Baustellenschilder am Höchster Mainufer. In einem Kästchen liegen an den Schildern auch Info-Broschüren der HFM Management für Hafen und Markt Frankfurt aus. Bild: Maik Reuß

„Es wird günstiger als erwartet“, sagt Stadtrat Markus Frank (CDU). Trotzdem soll die neue Spundwand am Höchster Mainufer mindestens 75 Jahre halten: Ende Oktober beginnen die Bauarbeiten. Zuerst wird vom Parkplatz an der Alten Schiffsmeldestelle bis zum Bereich vor dem Maintor ein Bauzaun gestellt, der die Bewegungsfreiheit am Mainufer stark einschränkt; auch etwa zehn Parkplätze an der Batterie fallen in der Bauzeit weg.

Näher ans Wasser

Insgesamt drei Bauabschnitte werden zwischen Mainkilometer 24,452 und 24,804 am rechten Mainufer angegangen: An den Flügeln – zur Fähre und zur Schiffsmeldestelle hin – erhält die alte Spundwand neue Kopfbalken und wird neu verankert. Im Mittelstück wird es aufwendiger: Dort wird vor die 1928 errichtete alte Spundwand eine neue in die Sohle des Flusses gerammt. Dadurch gewinnt Höchst etwa 450 Meter Fläche dazu.

Allerdings als Terrasse: „Das war eine Auflage des Wasser- und Schifffahrtsamts, wegen des Retentionsraumes“, sagt Stadtrat Frank, als Wirtschaftsdezernent für den Bauherren, die Frankfurter Hafenbetriebe, zuständig. Retentionsraum heißt, dass dem Wasser so bei Überschwemmungen genug Fläche zum Ausbreiten geboten werden soll. Für die Höchster heißt das: Sie kommen an dieser Stelle näher an den Wasserspiegel und können nicht mehr nur direkt am Fähranleger ihre Füße ins Nass halten. Auf die Terrasse, die mit der neuen Spundwand entstehen wird, soll sogar eine rollstuhlgerechte Rampe führen, und es wird eine im Boden eingelassene Beleuchtung geben.

Gearbeitet wird größtenteils vom Wasser aus. Ingenieur Martin Schumacher erläutert, dass der große Bauzaun, der jetzt im Oktober gestellt wird, im Frühjahr wieder verschwinden soll. „Auch, damit der Betrieb an der Schiffsmeldestelle nicht beeinträchtigt wird.“

Die Planer haben sich mit der Ufer-Gastronomie und den Organisatoren des Höchster Schlossfests arrangiert: Zwar wird voraussichtlich bis in den August gebaut, aber wird das sich dann nicht mehr auf die Nutzung des Ufers auswirken. Laut und schmutzig wird es jetzt im November, wenn der alte Beton des Spundwand-Kopfes herausgemeißelt wird, und im kommenden Jahr, wenn die neue Spundwand in die Sohle des Flusses eingerammt wird. „Dafür haben Sie dann auch 75 Jahre Ruhe, wenn alles gut geht“, sagt Markus Frank.

Günstiger als gedacht

Der Wirtschaftsdezernent freut sich, dass mit der internationalen Ausschreibung der Bauarbeiten ein Abschluss für 2,6 Millionen Euro erreicht werden konnte – mehr als eine halbe Million günstiger als gedacht. „Wir werden den Kostenrahmen nicht überschreiten“, sichert Ingenieur Schumacher zu.

Dazugerechnet werden muss aber auch das Geld, das schon vor zwei Jahren aufgewendet werden musste, um die vom Wasser auf etwa 450 Metern Länge unterspülte Spundwand zu sichern: Damals hatte man mit Stein- und Geröll-Vorschüttungen verhindert, dass das Wasser die aus dem Boden des Flusses gelöste Stahlwand weiter untergraben konnte. Insgesamt 16 000 Tonnen Material waren damals im Fluss versenkt worden – das allein kostete 2015 schon rund 900 000 Euro.

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