29.03.2016 03:00 |

Aktiv sein gegen Demenz

Frankfurter Westen Vereint gegen Demenz: Der Frankfurter Verband und der Turnverein Sindlingen bieten im Rahmen des Netzwerks „Aktiv bis 100“ Hilfe.

Bewegungsübungen am Kaffeetisch: Übungsleiterin Gabriele Nagel (rechts) zeigt, wie es geht. Links „Aktiv bis 100“-Projektkoordinatorin Helen Rabe-Weber. Neue Angebote beginnen jetzt im April.
Bewegungsübungen am Kaffeetisch: Übungsleiterin Gabriele Nagel (rechts) zeigt, wie es geht. Links „Aktiv bis 100“-Projektkoordinatorin Helen Rabe-Weber. Neue Angebote beginnen jetzt im April.

Die Diagnose Demenz lässt einen Alptraum wahr werden. Zu wissen, dass man über kurz oder lang die Fähigkeit verlieren wird, selbstbestimmt zu leben; sich bei jeder kleinen Vergesslichkeit zu fragen: Fängt es an? Wird es schlimmer? Dem tritt das Frankfurter Netzwerk „Aktiv bis 100“ mit Sportangeboten entgegen. Ein neues Bewegungsangebot für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen startet nun in Höchst: Kooperationspartner sind das Begegnungs- und Servicezentrum Höchst des Frankfurter Verbandes und der Turnverein 1875 Sindlingen. Eine gelungene Schnupperstunde im Rahmen des „Cafés Herbstsonne“ gab Interessierten in der Einrichtung an der Bolongarostraße einen ersten Eindruck.

Mit Wäscheklammern

Übungsleiterin Gabriele Nagel hatte die Sportgeräte mitgebracht und zeigte, dass selbst mit ungewöhnlichen Utensilien wie Wäscheklammern Kraft und Motorik verbessert werden können. An gedeckten Tischen des „Cafés Herbstsonne“ erlebten Betroffene, Angehörige und ehrenamtliche Helfer eine lockere und abwechslungsreiche Übungsstunde.

„Wir können die Demenz nicht stoppen, aber wir können ihren Verlauf verlangsamen“, sagte Projektkoordinatorin Helen Rabe-Weber vom Netzwerk „Aktiv bis 100“. Eine Verbesserung um 30 bis 50 Prozent in Sachen Kraft, Balance, Bewegungssicherheit und Alltagsbewegungen wie Gehen, Treppen steigen, Aufstehen, Hinsetzen, Heben oder bei der Körperpflege sei in einer Studie belegt; das Risiko zu stürzen sinkt. Der Abbau kognitiver Leistungen scheint sich zu verlangsamen.

Schon 26 Gruppen aktiv

Das Netzwerk „Aktiv bis 100“ startete im Jahr 2010 mit dem Ziel, Senioren zu motivieren, sich im Alter sportlich zu bewegen. Stadtweit gibt es bereits 26 Bewegungsgruppen „Aktiv bis 100“, die von Sportvereinen angeboten werden und mit dem Netzwerk kooperieren. Allein fünf Gruppen bietet derzeit der Turnverein 1875 Sindlingen (TVS) an. Jeweils zwei üben montags und freitags im vereinseigenen Turnerheim in der Farbenstraße 85 a in Sindlingen und eine bei der Senioreninitiative (SIH) in Höchst.

Mit dem neuen Angebot geht der TV Sindlingen neue Wege und verlegt den Trainingsort an gewohnte Treffpunkte der Betroffenen. Gerade bei Menschen mit Demenz spielt das gewohnte Umfeld eine große Rolle und gibt ihnen Sicherheit. Die Gruppe ist stadtteilübergreifend – Interessentinnen und Interessenten aus allen Frankfurter Stadtteilen sind willkommen. Die Bewegungsstunde findet alle 14 Tage im Wechsel mit dem ebenfalls 14-tägigen Treffen im „Café Herbstsonne“, Bolongarostraße 137, in Höchst, von 15 bis 16 Uhr statt. Die nächste Stunde ist am 6. April. Die Gruppe steht unter der Leitung der versierten Übungsleiterin Gabriele Nagel vom TV Sindlingen. Für Fragen stehen Klaus Baumgarten vom „Café Herbstsonne“ im Begegnungs- und Servicezentrum Höchst unter Telefon (069) 31 24 18, Gabriele Nagel vom TV Sindlingen unter Telefon (069) 36 17 16, Ruth Müller als Beauftragte „Menschen mit Demenz bewegen“ unter Telefon 0 23 81 22 81, die Geschäftsstelle des TV Sindlingen unter Telefon (069) 45 09 01 92 sowie die Geschäftsstelle des Turngaues Frankfurt zur Verfügung.

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